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Sonntag, 12. Juli 2009

Weghören! Wegsehen!

verschlissen

Spalthammer

Jeder erkennt, daß der Stiel dieses Spalthammers verschlissen ist.
Mit imponiert, wie zäh dieses Holz ist.
Oft habe ich erlebt, daß ein Axtstiel abbricht. Dieser hier, hat sich allmählich aufgefasert. Ich konnte sogar noch mit zunehmend federndem Stiel (und der gebotenen Vorsicht) eine kleine Weile weiterarbeiten.
Das ist eine Qualität des Handwerkzeugs, die sich den Gebrauchserfordernissen bis zuletzt gleichsam anschmiegt.
Ab heute mit neuem Stiel.

Volk und Macht

Über "Intellektuelle und Volk" oder "Intellektuelle und Macht" ist schon viel geschrieben worden. Es könnte der Eindruck entstehen, daß man darüber viel weiß.

Während ich meine 1989er Tagebücher sichte, verblüfft mich die Vielfalt und Lebendigkeit des (auch meines) intellektuellen Lebens dieser Monate einerseits und die (anscheinend) fast völlige Folgenlosigkeit all dessen für den historischen Prozeß, wie er sich dann tatsächlich vollzogen hat.

Unsere gegenwärtige Krisensituation löst in mir ganz ähnliche Empfindungen aus: Ein Tohuwabohu, ein Universum von Äußerungen aller Art zur Krise einerseits und andererseits das Gefühl, daß die wahren materiellen Prozesse davon völlig unberührt ablaufen (oder stagnieren).

Ich vermute, daß der Schlüssel zum Verstehen dieses seltsamen Zwiespalts in der Dialektik (Ja, ich weiß: Wer heute noch "Dialektik" sagt, disqualifiziert sich selbst - - - Gähn!), in der Dialektik von Volk und Macht liegt.

Auf Marx fußend, glaubten wir, mit dem Historischen Materialismus sehr weitgehende Antworten gefunden zu haben. Auf Lenins Lehre von der Partei neuen Typs fußend, glaubten wir, historisch wirksame politische Hebel entwickelt zu haben. Beides war kein Köhlerglaube. Beide Auffassungen wurden historisch glänzend bestätigt.
Aber auch: Beide Auffassungen wurden historisch entscheidend relativiert.

Wie das Volk einmal geschichtsmächtig sein kann, und wie es ein andermal seine geschichtliche Ohnmacht geradezu sucht - solche Fragen sind mehr als paar Nobelpreise wert.
Darüber zu Reflektieren ist vielleicht schicksalhaft, vielleicht sinnlos, spannend wäre es allemal.

Was das Internet im Innersten zusammenhält



Könnte eigentlich mal ein Walter Benjamin vorbeikommen, um paar kluge Bemerkungen zu machen?
Zur Not tut's aber auch der alte Goethe, hier.

Das Video habe ich gefunden (Dies mitzuteilen ist Chronistenpflicht.) bei Telepolis.

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