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Montag, 22. Juni 2009

Gerhard Gundermann

"Gras"


Gerhard Gundermann (21.2.1955 - 21.6.1998)

"Es kommt der Tag"

Wieder Revolution, wieder bunt, wieder Volksbetrug

Daß seinerzeit der westdeutsche Politiker Dregger die Revolution in der DDR begrüßte, hat nur wenige stutzig gemacht. Paßte eben in die Zeit des Taumels.

Ungläubig, wie ich bin, habe ich mir seitdem jeden Revolutionsausrufer doppelt skeptisch angesehen. Zu Erkennen waren sie fortan leicht. Gleichgestrickte PR-Strategien brachten eine bunte Revolution nach der anderen hervor: Orange, gelb, auch Zedern- oder Zimt- oder Ingwer-, nun also grün.
Und diesmal muß es stimmen, denn selbst die linke Zeitung "junge Welt" hat eine revolutionäre Situation ausgemacht. Mit der Frau Bundeskanzlerin als Partei.

Welche Linien gibt es in dem Durcheinander? Im Zentrum aller Konflikte sehe ich einen Kampf innerhalb der herrschenden Theokratie, und zwar zwischen der religiös-nationalistischen, konservativ-plebejischen Richtung des Präsidenten und Chameneis einerseits und dem Geldadel, der natürlich ebenfalls religiös ist, vor allem aber Geschäfte mit dem Westen machen will.

Zur Tragik der Situation gehört, daß jede junge Frau, die öffentlich mal eine blonde Haasträhne zeigen möchte, für Rafsandschani auf die Straße geht und dabei auf die armen Schlucker trifft, denen die islamische Revolution ein Grundeinkommen garantiert und die Macht des Knüppels.
Mein Eindruck ist, daß die Seite des Präsidenten die entscheidende blutige Konfrontation beider Blöcke vermeiden will.
Vielleicht und hoffentlich haben auch Kräfte im Lager Rafsandschanis diesselbe Scheu vor dem letzten Schritt.

Iran liegt im geopolitischen Fadenkreuz des Westens. Zweifellos sind gekaufte Banden aktiv, die alles daransetzen, die Situation um jeden Preis zu destabilisieren. Mit dergleichen hat das iranische Volk schon reichlich Erfahrungen gemacht. Deshalb (und weil die Führung durchaus Festigkeit mit Überlegung verbindet) glaube ich nicht, daß der Westen (zu dem natürlich Israel gehört) damit durchkommt.

Wir hier im zivilisierten Westen können mal wieder den Schaum vor'm Mund unserer Hetzmedien beobachten und wie leicht sich manche Bürger in den "Fall Rot" versetzen lassen.

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