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Mittwoch, 10. Juni 2009

Die "kleinen" Pleiten

Nur zufällig (ich habe keinen Fernseher) habe ich mitbekommen, daß Kampa pleite ist.
Das ging mir merkwürdig nahe.
Es ist erst wenige Jahre her, daß wir beschlossen, ein Haus zu bauen und eine Weile intensiv die Fertighausangebote sichteten.
Kampa kam für uns nicht in Frage. Wir haben uns schon bald für ein Blockhaus entschieden.
Aber die Architektin, die unseren Bauantrag einreichte, arbeitete bei Kampa...

Nun sind Kampa und auch Hebel-Haus verschwunden.
800 Leute werden arbeitslos.

Wahlen vor 20 Jahren und heute

In meinem Zweitblog "tageundjahre" habe ich gerade die DDR-Kommunalwahlen 1989 beim Wickel (hinzugefügt am 12.6.2009: auch hier); ja, diejenigen, für deren Fälschung Krenz später verurteilt wurde. Damals habe ich mich engagiert, und jetzt gehe ich nicht zur Europawahl und möchte mir eigentlich sogar die "Stimmabgabe" zur Bundestagswahl sparen.
Solches verlangt nach Erklärung.
Bei den Wahlen in der DDR hatte ich nicht die geringste Hoffnung, die Machtverhältnisse ändern zu können. Die Abschaffung des sozialistischen politischen Systems stand nicht zur Debatte und war auch nicht mein Wunsch.
Möglich schien es aber, nicht zuletzt unter den Bedingungen von "Glasnostj" und "Perestroika", auf das System der Machtausübung einzuwirken in Richtung auf mehr Demokratie.
Durch Engagement die Veränderungen mitberwirken, die doch kommen mußten - das war meine Motivation, aber durchaus diffus in dem Sinne, daß sie nicht auf die Unterstützung bestimmter Personen ("Reformer") zielte und ich nicht die geringste Vorstellung hatte, wozu verschiedene Figuren aus der Herrschaftsclique sich später fähig erweisen würden.
Ein idealisches Streben, das sich als politisch verstand, der radikalen politischen Analyse aber längst entwöhnt war. Eigentlich eine vernichtende Bilanz für einen sozialistisch politisierten, aufgeklärten Menschen.
Von dieser Bilanz ist heute, nach 20 Jahren, kein Abstrich zu machen.

Bei Wahlen in der BRD steht ebensowenig wie in der DDR die Systemalternative auf dem Stimmzettel. Darüber hinaus fehlt mir heute sogar die Illusion, mittels Wahl die Machtausübung durch das Parteienkartell modifizieren zu können. Im Gegenteil, der mediale Dauerdruck, sich frei und entscheidungsmächtig fühlen zu sollen, beleidigt den gesunden Menschenverstand und mißachtet die perönliche Würde.
Die DDR funktionierte als die nur wenig verbrämte Diktatur der Guten, von der sich die Menschen, die weder gut noch schlecht sein wollten, bei erstbester Gelegenheit abwandten.
Die BRD ist demgegenüber die Spielwiese all des Allzumenschlichen, frei bis zum Exzess. Unter einer Bedingung:
"Spuren mußte!"
Und dafür mein letztes Stimmchen abgeben?
Danke, nicht auch noch Selbstkrummschließer sein!

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