Der Winter war lang. Und auch im Vorfrühling war es nachts oft um Null Grad oder kälter. Der Garten bot einen öden Anblick. Und wir, die Nachbarn, versicherten uns gegenseitig, daß es noch gar keinen Spaß mache (obwohl der März schon fortgeschritten war), im Garten die anstehenden Arbeiten zu beginnen.
Das hat sich nun alles geändert.
Frau Gärtnerin kann nun endlich die bewunderte Camelie einpflanzen, in den schönen Topf, den eine befreundete Keramikerin zum "Tripel" schenkte. (Jenem großen Fest im letzten September, in dem wir zugleich den 2,6. Jahrestag unseres Hausbaus, unseren 3,8. Hochzeitstag und einen 60. Geburtstag feierten; mit vielen fröhlichen Menschen und einem glücklichen Hund.)
Der Garten sieht zwar noch leer, unbewachsen aus. Das Graubraun der Erde dominiert. Doch bei genauerem Hinsehen sind überall dicke Knospen auszumachen.
Was da so dürre in der Mitte steht, ist unser Gingko, vor Jahren aus der Gärtnerei der Dornburger Schlösser mitgebracht. Wir haben ihm viel zugemutet, einen Standort durchzogen von mächtigen alten Wurzeln, anfangs viel Schatten, konkurrierende einjährige Pflanzen. Doch er beißt sich durch, sieht gesund aus. Jahr um Jahr wächst er in der typisch geraden Art sein kleines Stück, und bald wird er, ohne schon zu dominieren, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. In späteren Jahren wird er einen größeren Teil des Gartens bestimmen - dann, wenn wir so alt sind, daß wir nur noch wenig Platz für Gartenkulturen brauchen.
Heute aber werken wir an allen Ecken und Enden. Vielen Neuen verhelfen wir zum Start: Einer stachellosen Brombeere, zwei Weinreben (Nun sind die sechs Reben beisammen, die einst unsere Weinlaube bilden werden.), 25 Grünspargelpflanzen, natürlich Kartoffeln (die ich jedes Jahr anbaue, zu meinem Vergnügen, noch nicht wegen der Krise), die vielen Kräuter, die Mengen Blumen der Gärtnerin (die mir zum Teil das Gewächshaus blockieren), Gurken, Paprika, bald Tomaten, die dieses Jahr ein großzügiges, geschütztes Tomatenbeet bekommen.
Genug erzählt, muß etwas tun. Auch unser Sumpf muß erneuert werden. An seinem Rand soll Schnittlauch angesiedelt werden und auch Zucchini wachsen.