"Guten Tag KPK...
Anka: Auch mir geht es immer noch sehr nahe, zumal wenn man sich auf ein Lebewesen einlässt. Als unsere Mona gestorben war, bin ich öfters die gemeinsamen Wege spaziert und habe mich ich an die unvergesslichen schönen Stunden erinnert. Einmal traf ich eine Nachbarin, der ich klagte ".. aber mit zwölfeinhalb Jahren - schon so früh gestorben" - die Antwort "Es kommt immer zu früh."
Ich denke mal nicht, dass die Nahrungsumstellung den Ausschlag gab: Sie wissen selbst, wie sehr Anka an Ihnen gehangen hat, so dass sie nicht mal bei uns in den Garten wollte - aus Befürchtung, wieder irgendwo woanders abggeben zu werden? "Angst essen Seele auf" - sowas kann sehr am Immunsystem zehren.
Und ein kleiner Trost, dass der Abschied nur mit kurzem Leiden verbunden war.
In Schmachtenhagen ist letztes Jahr Eskada gestorben, eine Rottweilerdame von neun Jahren, die Knochenkrebs hatte. Über ein halbes Jahr hatten die Halter gehofft, bis sie dem Leiden ein Ende machen mussten."
"Herzlichen Dank, lieber Herr G., für Ihre verständnisvoll tröstenden Worte bzw. Überlegungen.
Ich habe auch nichts anderes erwartet, da ich ja mehrfach bemerken konnte, wie traurig sie noch heute über den Tod Ihrer Mona sind.
Die Nachbarin, die sagte, "Es kommt immer zu früh." hat sicher völlig recht.
Die gemeinsamen Wege mit Anka bin ich noch nicht wieder gegangen. Es wäre mir noch zu schmerzlich. Später einmal wird es schön sein, dort Erinnerungen nachzuhängen.
Als ich gestern mit dem Fahrrad nach Oranienburg fuhr, auch dies einer der gemeinsamen Wege, mit der obligatorischen Pause an der Bäkebrücke, war die Erinnerung nicht allzu heftig. -
Das Fahrradstrampeln lenkt ab, und ich fuhr auch ein anderes Tempo als mit Anka, und überhaupt war dies kein Weg, den wir zusammen entdeckt haben.
Gerade jetzt ist es eine Woche her, daß wir ahnungslos zu Bett gingen und nachts um 4 von Anka geweckt wurden, und ich sie in den dortigen Garten führte , noch immer ahnungslos, und eine Zeitspanne einsetzte, in der immer das nächste Erschrecken das vorhergehende übertraf, bis ich schließlich vier Stunden später die tote Anka auf meinen Armen aus der Tierklinik Duisburg trug.
Ich werde diese Zeit einmal genau beschreiben.
Nur wenn der Mensch sich seine Trauer ganz und gar aneignet, kann er das alles in Trost und schließlich Freude wenden.
Als Junge, der mit 12, 13 Jahren seine liebste Mutter verloren hat, mußte ich das gründlich lernen.
Was Ankas Lebenskraft so früh verbraucht hat, haben Sie, glaube ich, sehr richtig erkannt.
Manches davon hatte ich gewußt oder geahnt und hatte einige Sorgfalt darauf verwendet, dem entgegen zu wirken. Da ist Anka Vieles gut bekommen, und so hatten wir alle (meine Frau eingeschlossen) unsere Freude.
Leider muß ich mir angesichts ihres Todes sagen, daß ich manches klüger und angemessener hätte machen können und ihr noch mehr Druck hätte ersparen können.
Es tut mir sehr Leid, daß mich erst ihr Tod das gelehrt hat.
Aus der Sachsenhausener Heide, in der sie glücklich war wie im Paradies, werden wir ein Bäumchen, das der Herbst schmückt, mitbringen und auf ihr Grab setzen.
Herzliche Grüße
kpk"
kranich05 - 2008/10/30 15:48