Große Nation
Es war am Arc de Triomphe, genauer im Pflaster vor diesem Ruhmestor. Da waren große Messingtafeln eingelassen, auf denen Frankreich seiner Helden gedachte – auch seiner „Helden“ im Indochinakrieg, im Algerienkrieg, der „Helden“ seiner Fremdenlegion.
Dieser „Wille zum Triomphe“ hat mich doch ein wenig irritiert.
Dann besuchten wir das Kunstmuseum „Musée d’Orsay“.
Am Beginn des Rundgangs diese Lichtgestalt:

Titel:„Napoleon erwacht in der Unsterblichkeit“
Wie mir Wikipedia verrät, zählte die Grande Armee 675 000 Mann als Napoleon im Juni 1812 die Memel überschritt. Nur noch 18 000 waren es im Dezember 1812 beim Rückmarsch über die Memel.
Das Museum zeigt tausende Werke aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Darunter EIN Werk, das sich mit der Pariser Kommune beschäftigt.


Offensichtlich gehorcht die Ruhmespflege auch in Frankreich ihren eigenen Gesetzen.
Nun war ich neugierig geworden und begab mich zum Invalidendom, offiziell Cathédrale Saint-Louis-des-Invalides, Sitz des französischen Militärbischofs der römisch-katholischen Kirche.
Hier findet sich das Grabmal Napoleons und ihm zugeordnet die Sarkophage seiner treuen Generäle (nicht die der ungetreuen).
Ruhmestaten über Ruhmestaten. Mein Jena findet sich im Namenskreis der eroberten Städte. Und Moskau. Wie? Welche Sucht treibt dazu, sich dieses Pyrrhussiegs zu rühmen, des ersten und größten Nagels am Sarg des Kaisers?
Im Museumsshop, bei flotter französischer Militärmusik, Napoleon als Nippesfigur. In bekannter Pose, Hand vor der Brust in die Jacke geschoben, der putzige Kaiserhut dröhnt auf dem Kopf. Zahlreiche Interessenten sind hier aber richtig voll ist es am Eisstand und in der Cafeteria – Familienausflug eben.
In anderen Gebäudeteilen gibt es Ausstellungen zur Kriegsgeschichte. Die Abschnitte von 1870 bis 1945 wurden neugestaltet und erst kürzlich wieder eröffnet. Ein erster Raum umfasst den Zeitraum 1870 bis 1900. Im Halbdunkel einige wenige Gemälde, Soldatenszenen in der Art: „Die letzte Patrone“, „Ich hat' einen Kameraden“.
Fast entschuldigend sagt der Begleittext, daß nach der Niederlage von 1870 die Maler kein großes Interesse an Kriegsthemen hatten, an Schlachtenszenen schon gar nicht.
Wie heilsam, wenigstens zeitweilig, können doch Niederlagen sein. 30 Jahre war die Lust am Krieg gedämpft. Wir Deutschen haben es sogar auf knappe 60 Jahre gebracht. Jetzt aber wird es Zeit. Nachdrücklich beklagen „die Eliten“ „zu viel Frieden“ im Land.
Die Ausstellungen zum ersten und zweiten Weltkrieg haben mich nicht befriedigt. Kriege kommen und gehen wie Schicksalsereignisse. Hintergründe werden nicht aufgedeckt, Interessen nicht untersucht, Gewinnler nicht benannt. Aber die immergleichen Bilder: Würdevolle, gedankenleere Generalsvisagen, Devotionalien von Marschällen in den Vitrinen, jubelndes Volk bei Kriegsbeginn, jubelndes Volk bei Kriegsende, heldische Krieger, Verwundete, Tote, Bombenterror, verzweifelte Frauen und Kinder.
Gegen Nazideutschland hat Frankreich einen antifaschistischen und nationalen Krieg geführt. Das haben viele Menschen dort bis heute nicht vergessen und darauf sind sie stolz.

Bei der Heimfahrt in der Metro treffe ich auf eine Blumenehrung zum Gedenken daran, daß hier auf den Tag vor 64 Jahren 3000 Mitarbeiter der Metro sich am Aufstand für die Befreiung von Paris beteiligt haben.
Dieser „Wille zum Triomphe“ hat mich doch ein wenig irritiert.
Dann besuchten wir das Kunstmuseum „Musée d’Orsay“.
Am Beginn des Rundgangs diese Lichtgestalt:

Titel:„Napoleon erwacht in der Unsterblichkeit“
Wie mir Wikipedia verrät, zählte die Grande Armee 675 000 Mann als Napoleon im Juni 1812 die Memel überschritt. Nur noch 18 000 waren es im Dezember 1812 beim Rückmarsch über die Memel.
Das Museum zeigt tausende Werke aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Darunter EIN Werk, das sich mit der Pariser Kommune beschäftigt.


Offensichtlich gehorcht die Ruhmespflege auch in Frankreich ihren eigenen Gesetzen.
Nun war ich neugierig geworden und begab mich zum Invalidendom, offiziell Cathédrale Saint-Louis-des-Invalides, Sitz des französischen Militärbischofs der römisch-katholischen Kirche.
Hier findet sich das Grabmal Napoleons und ihm zugeordnet die Sarkophage seiner treuen Generäle (nicht die der ungetreuen).
Ruhmestaten über Ruhmestaten. Mein Jena findet sich im Namenskreis der eroberten Städte. Und Moskau. Wie? Welche Sucht treibt dazu, sich dieses Pyrrhussiegs zu rühmen, des ersten und größten Nagels am Sarg des Kaisers?
Im Museumsshop, bei flotter französischer Militärmusik, Napoleon als Nippesfigur. In bekannter Pose, Hand vor der Brust in die Jacke geschoben, der putzige Kaiserhut dröhnt auf dem Kopf. Zahlreiche Interessenten sind hier aber richtig voll ist es am Eisstand und in der Cafeteria – Familienausflug eben.
In anderen Gebäudeteilen gibt es Ausstellungen zur Kriegsgeschichte. Die Abschnitte von 1870 bis 1945 wurden neugestaltet und erst kürzlich wieder eröffnet. Ein erster Raum umfasst den Zeitraum 1870 bis 1900. Im Halbdunkel einige wenige Gemälde, Soldatenszenen in der Art: „Die letzte Patrone“, „Ich hat' einen Kameraden“.
Fast entschuldigend sagt der Begleittext, daß nach der Niederlage von 1870 die Maler kein großes Interesse an Kriegsthemen hatten, an Schlachtenszenen schon gar nicht.
Wie heilsam, wenigstens zeitweilig, können doch Niederlagen sein. 30 Jahre war die Lust am Krieg gedämpft. Wir Deutschen haben es sogar auf knappe 60 Jahre gebracht. Jetzt aber wird es Zeit. Nachdrücklich beklagen „die Eliten“ „zu viel Frieden“ im Land.
Die Ausstellungen zum ersten und zweiten Weltkrieg haben mich nicht befriedigt. Kriege kommen und gehen wie Schicksalsereignisse. Hintergründe werden nicht aufgedeckt, Interessen nicht untersucht, Gewinnler nicht benannt. Aber die immergleichen Bilder: Würdevolle, gedankenleere Generalsvisagen, Devotionalien von Marschällen in den Vitrinen, jubelndes Volk bei Kriegsbeginn, jubelndes Volk bei Kriegsende, heldische Krieger, Verwundete, Tote, Bombenterror, verzweifelte Frauen und Kinder.
Gegen Nazideutschland hat Frankreich einen antifaschistischen und nationalen Krieg geführt. Das haben viele Menschen dort bis heute nicht vergessen und darauf sind sie stolz.

Bei der Heimfahrt in der Metro treffe ich auf eine Blumenehrung zum Gedenken daran, daß hier auf den Tag vor 64 Jahren 3000 Mitarbeiter der Metro sich am Aufstand für die Befreiung von Paris beteiligt haben.
kranich05 - 2008/08/28 22:45