Mit welchen Mitteln und in welchem Maße es den Meinungsführern weltweit gelingt, eine bestimmte Stimmung anzufachen, beeindruckt mich stark.
Ist dies gar - nach 9/11 -
der zweite globale Medienhype?
Wobei im Zentrum von 9/11 tatsächlich außerordentliche Ereignisse standen, während die Ereignissubstanz des gegenwärtigen Tibet-Medientsunamis die allergewöhnlichste ist, eine, die sich jederzeit an hundert anderen Orten der Welt vergleichbar abspielt.
Bis zu den Olympischen Spielen in Peking sind es noch viele Tage und Wochen, und ich verfolge mit gespannter Aufmerksamkeit, zu welchen Gipfeln der kulturelle, ideologische und politische Kampf sich noch auftürmen wird.
Der Kampf der Kulturen ist (nach dem Antiislamismus) nun auf einer erweiterten, zweiten Stufe entfesselt.
Und es erschreckt mich zutiefst, wie ich in die Seite der alten christlich-kolonialen Weltmacht fast ohne jede Chance der Gegenwehr eingepaßt bin.
Meine Hoffnung trägt das erstarkende China. Es hat in den letzten zwei Jahrzehnten hunderte Millionen Menschen aus dem reinen Vegetieren im Hunger befreit, und es muß und wird lernen, die notwendigen weiteren Schritte zur umfassenden, auch zivilgesellschaftlichen, Befreiung der Menschen zu gehen.
Unter anderem der
Spiegelfechter und
Uri Avnery analysieren im Detail die gegenwärtige Konfliktsituation.