"Winter soldier", "Wintersoldaten" - Wikipedia kennt diese Begriffe nicht.
Wohl aber kennt Wikipedia Thomas Paine (1737-1809), einen der Gründerväter der USA. Paine war der erste, der die Unabhängigkeit der amerikanischen Kolonien forderte und auch bereit war, dafür bewaffnet zu kämpfen.

Wikipedia schreibt:
“Nach einer Reihe von militärischen Niederlagen, die Paine bei der Truppe miterlebt hatte, lag die Moral der Unabhängigkeitsarmee unter dem Befehl Washingtons am Boden. Paine veröffentlichte eine Reihe von 13 Schriften (für jede Kolonie eine) unter dem Titel The American Crisis (dt: Die amerikanische Krise), die den Amerikanern während des langen Kampfes Inspiration geben sollte. Das erste Krisen-Papier erschien im Dezember 1776 und begann mit der unsterblichen Zeile: „These are the times that try men's souls“ (dt: „Jetzt ist die Zeit, in der sich Männer erweisen. Der Sommersoldat und der Sonnenscheinpatriot werden sich in dieser Krise vom Dienst am Vaterland drücken; aber nur wer jetzt durchhält, verdient den Dank von Mann und Frau“). Das erste Krisen-Papier war so ermutigend, dass Washington es all seinen Truppen vorlesen ließ. Dieses Papier soll bewirkt haben, dass die Truppen neu motiviert wurden und nicht den Dienst quittierten, sondern im Dezember 1776 bei Trenton einen ersten Sieg errangen, der das Überleben der Unabhängigkeitsbestrebungen erst ermöglichte.“
Wintersoldaten wurden sie genannt, die eine moralische und dann auch militärische Wende erzwangen.
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200 Jahre später führten die USA in Vietnam einen ihrer schmutzigsten Kriege. Und wieder fanden sich „Wintersoldaten“, die eine moralische Wende verlangten.
Mehr als 100 Mitglieder der „
Vietnam Veterans Against the War“ (VVAW) versammelten sich 1971 in Detroit, um ihre Geschichte mit Amerika zu teilen. Grausamkeiten wie das MY Lai - Massaker hatten die Opposition zum Krieg populär gemacht, aber Politiker und Militärführer beharrten darauf, dass solche Verbrechen isolierte Ausnahmen waren. Die Mitglieder von VVAW wussten es besser. Im Januar und Februar
bezeugten diese Soldaten drei Tage lang die systematische Brutalität, die an der Bevölkerung von Vietnam vollzogen worden war.
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In diesen Tagen rief die „
Stop the War Brigade“ dazu auf, eine neue Anhörung der „Wintersoldaten“, die von den
„Iraq Veterans against the War“ durchgeführt wird, zu unterstützen.
In ihrem Aufruf heißt es:
„30 Jahre später sehen wir uns mit einem neuen Krieg konfrontiert. Aber die Lügen sind die gleichen. Wieder einmal versinken die Truppen in einer zunehmend blutigen Okkupation. Wieder einmal, hat sich die Öffentlichkeit durch Kriegsverbrechen wie in Haditha, Fallujah und Abu Ghraib gegen den Krieg gewandt. Wieder einmal beschuldigen Politiker und Generäle „ein paar faule Äpfel“, anstatt die Militärpolitik zu hinterfragen, die den Irak und Afghanistan zerstört hat. Wieder einmal braucht unser Land Wintersoldaten. Vom 13. - 16. März 2008 werden sich Iraq Veterans Against the War in der Hauptstadt unserer Nation versammeln, um das Schweigen zu brechen und unsere Führer als Verantwortliche für diese Kriege anzuprangern.“
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Die Anhörung der Veteranen der Kriege in Afghanistan und Irak hat stattgefunden.
Die Verschweige- und Desinformationsmedien der deutschen Meinungsindustrie haben keinen einzigen Bericht gebracht! Einzig die Deutsche Welle hatte am 12.3. von dem bevorstehenden Ereignis berichtet.
Besonders bedenklich finde ich es, daß, mit Ausnahme der
„jungen Welt“, keins der eher links bzw. antimilitaristisch orientierten Medien die Tagung der Wintersoldaten erwähnte. Es scheint, daß allzu oft auch viele Links- und Querdenker sich ihre Themen von den Großkopfeten vorgeben lassen. Und selbst vielen der sonst so aufgeweckten Blogger scheint das Thema entgangen zu sein. Rühmliche Ausnahme
hier.
Die technischen Möglichkeiten der Information sind heute viel größer als 1971. Im Internet ist die Tagung der Wintersoldaten gegen die US-Kriege in Afghanistan und Irak
breit dokumentiert. Helfen wir mit, daß diese Informationen in vielen Köpfen die Bereitschaft stärken, gegen diese US-Kriege aktiv zu werden.
Nachtrag:
Hier ein Photoessay von Nina Berman über das Treffen der Afghanistan- und Irak-Veteranen.