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Montag, 18. Februar 2008

Ukulele Orchestra of Great Britain

"The Good the Bad the Ugly" von Ennio Morricone.
Eine Freude via Schockwellenreiter.

9/11 – einfach zu groß ?

Gestern hatte ich ein kurzes aber interessantes Gespräch zu 9/11.
In letzter Zeit war mir bewußt geworden, daß ich mit D. und R. noch nie über dieses Ereignis gesprochen habe. Dabei kratzt mich, daß D. seit kurzer Zeit den „Spiegel“ für sich entdeckt hat, das Blatt, das mit brachialem Einsatz die offizielle Verschwörungstheorie verteidigt.
Beide, mit nüchterner, linkstraditioneller Einstellung, haben 9/11 im Grunde aus ihrem politischen Bewußtsein ausgeblendet, so nach dem Motto: „Das ist so komplex, da gibt es soviel für und wieder, soviel Ungereimtheiten, daß wir die Wahrheit wohl nie erfahren werden.“ Und: „Wir können sowieso nichts machen, also schlagen wir uns das Thema lieber aus dem Kopf.“
Ich dagegen:“Klar, die Wahrheit weiß keiner, aber habt ihr nicht eine Meinung, was ihr persönlich für die wahrscheinlichste Erklärung haltet?“ Natürlich haben sie die: „Das war eine Aktion, an der in irgendeiner Weise Geheimdienste, Militär, Politik der USA beteiligt waren.“

Da haben wir wieder diese verblüffende Situation: Man traut den USA-Herrschern ein Jahrhundertverbechen zu (und den eigenen Herrschern, daß sie dieses decken), aber zugleich meint man, dieses „in den Skat drücken“ zu können, ausklammern zu können aus dem alltäglichen politischen Leben.
Keinerlei physischer Druck, keine persönlichen Nachteile, von Terror ganz zu schweigen, sind es, die diese Paralyse bewirken.

Die Wahrheit und der Schein unseres bürgerlichen Lebens klaffen soweit auseinander, und der Schein bildet eine ganz und gar (also total) in sich geschlossene (Lebens-)Welt, daß selbst ein direkter, exklusiver, absolut überzeugender Zugang zur Wahrheit ignoriert wird, weil die Anstrengungen, nun die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, dem Individuum einfach übermäßig, übermenschlich erscheinen.

Der Mensch, der sich rückhaltlos auf die Gegenwart als eine durch 9/11 bestimmte einläßt, weiß, daß er sehenden Auges auf die Systemfrage zutreibt. Er glaubt, daß er darauf keine Antwort findet und versucht instinktiv, seine eigene, seine persönliche Desintegration zu vermeiden. Die (unbewußte) Angst vor der Persönlichkeitsspaltung ist es, die dieses merkwürdige Paralysiertsein erzeugt.

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