Es gibt Signale, Ereignisse, die, so meine ich, tiefgreifende Wandlungen des „Schicksals“ der Menschheit andeuten und bereits einleiten.
Leider machen die wenigsten dieser Zeichen hoffnungsfroh.
Die Menschheit in ihrer Produktivität wächst rasant. Eigentlich könnte damit auch ihr Potential wachsen, Probleme zu lösen. Die Wirklichkeit sieht aber so aus, daß die ungeheure und dramatisch wachsende Schöpferkraft der Menschen im Interessenschraubstock einer kleinen Gruppe Superreicher eingepreßt ist, die in einer zweckvoll durchstrukturierten Gesellschaft fast absolute Macht innehaben. Dazu z. B.
Krysmanski.
Beispiele aus der Geschichte sind Legion, daß Machthaber nach absoluter Macht streben und bereit sind, den damit verbundenen Kampf bis zur absoluten Vernichtung ihres Feindes zu führen. Noch bevor der Vernichtungskampf materiell zu diesem Punkt kommt, wird dem Feind ideologisch sein Menschsein abgesprochen. Uns allen steht wohl bei dem letzten Satz das
Beispiel des deutschen Faschismus vor Augen. Jedoch müssen wir uns, hüten, den Blick nur auf dieses historisch-konkrete Regime zu richten.
Die Bereitschaft, beliebig andere Menschen(massen) als Untermenschen, Nichtmenschen zu betrachten und sie dementsprechend nötigenfalls auszumerzen, hat vor dem Faschismus bestanden, nach ihm ebenfalls und besteht auch heute. Vergl. dazu
Losurdo.
Ich befürchte, daß der Verteilungskampf um Ressourcen, im Zentrum das Öl (Dazu kürzlich
hier.), die Form sein wird, in der sich die skizzierten Gräuel austoben könnten.
Für diese Befürchtung spricht,
wie dieser Kampf mit dem Paukenschlag 11.9.2001 begonnen wurde und seitdem geführt wird.
Allein die Tatsache, daß 1. dieser wohlkalkulierte Exzess möglich war und 2. bis heute nicht aufgeklärt werden kann (Vergl. dazu
hier.), beweist sowohl den Vernichtungswillen der Machthaber als auch den Erfolg, mit dem sie ihre Bevölkerungsmassen zurichten..
Für diese Befürchtung spricht weiter, daß es gelingt (und zwar zunehmend in der Breite der veröffentlichten und dann auch der öffentlichen Meinung) ideologisch, zivilisatorisch um 200 Jahre, noch vor die Aufklärung zurückzugehen. Das Kainszeichen dieses Prozesses ist Guantanamo; viele weitere Beispiel der gleichen Qualität lassen sich z. B. im Kampf Israels gegen die Palästinenser finden, bis hin zu den Tiraden des Haßpredigers Broder (aber auch anderer) im deutschen Feuilleton (Vergl. z. B.
hier), die inzwischen den Status alltäglich-gewöhnlicher Meinungsäußerung erreichen.
Für diese Befürchtung spricht schließlich, daß die atomare Bedrohung nicht nur unverändert weiter besteht, sich keinerlei Chance abzeichnet, sie zu überwinden, sondern, viel schlimmer, daß intensiv und in breiter Front daran gearbeitet wird, den Atomwaffeneinsatz zu einem praktischen politischen und militärischen Instrument zu machen. Vergl. dazu
hier und
hier und
hier.
Die strategischen Weichen stehen denkbar schlecht.
Vielleicht können die neuen aufstrebenden Mächte (zu denken ist z. B. an die
SCO) eine Pattsituation herbeiführen, die die aggressivsten, die atlantischen, Machthaber davor zurückschrecken läßt, die letzten Risiken einzugehen.
Vielleicht treibt die kommende ökonomische Krise nicht nur die Herrschenden zu Abenteuern, sondern auch die Ausgebeuteten zur neuen energischen Suche nach einem Sozialismusmodell neuer Qualität. (Ich halte z. B. „
Alternativen aus dem Rechner“ von W. Paul Cockshott/Allin Cottrell für einen bedenkenswerten Ansatz.)
Vielleicht können die sich rasant entwickelnden elektronischen bzw. Internetmedien unter geeigneten Bedingungen wirkungsvolle emanzipatorische Werkzeuge sein.
Vielleicht schon in den nächsten 20, 30 Jahren stehen Existenzfragen zur Entscheidung.