Meine Zeitung hat kürzlich den Film „Shoa“ von Claude Lanzmann ausführlich rezensiert. Ich verstehe es, daß Menschen sich außerstande sehen (und Claude Lanzmann, wie auch sein Rezensent M. Büsser, gehören zu ihnen), die von den deutschen Faschisten verübten Verbrechen zu begreifen. Es sind ganze „Unverständlichkeitstheorien“ entwickelt worden, mit dem fatalen Ergebnis, daß die mit „Holocaust“ oder „Shoa“ bezeichneten historischen Ereignisse in eine unwirkliche Sphäre rücken.
Dagegen weist jetzt der Leser Detlev Obernik darauf hin, daß Historiker wie Chr. Gerlach, R. Opitz, K. Pätzold und W. Röhr gewichtige Untersuchungen vorgelegt haben, die den Zusammenhang von faschistischen strategischen Zielen, Kriegsverlauf und Vernichtung aufdecken. In der Studie von Christian Gerlach, „Kalkulierte Morde“, Hamburg 1998, heißt es:
„Es geht an die Grenze menschlichen Begreifens, aber selbst in dem Plan, etwa 30 Millionen Menschen in der UdSSR durch Hunger, Unterversorgung und einer brutalen Besatzungspolitik zu ermorden, war die Vernichtung kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, um ein wirtschaftlich definiertes Ziel zu erreichen.“
Das Buch von Christian Gerlach habe ich inzwischen für 19 € bei amazon gekauft. Eine qualifizierte Rezension habe ich
hier gefunden.
Quelle all dieser Informationen war mir die
„junge Welt“, kleine Tageszeitung.