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Freitag, 5. Oktober 2007

Meine Solidarität gilt den Streikenden der Bahn

"Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet. Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig." (GG Art. 9 Abs. 3.)

Es ist ein Unding, daß Gerichte darüber befinden, ob die GDL ihr Streikrecht ausüben darf oder nicht.

Die Vergütungen der acht Bahnvorstände sind 2006 auf 16,7 Millionen Euro gestiegen - das entspricht einer Steigerung von 77% gegenüber 2005, (Deutschlandfunk v. 13.8.2007)
Es ist ein Unding, daß die Lokführer auf die Transnet-Vereinbarung (+4,5%) beschränkt werden sollen.
(Die seit gestern von Bahnvorstand Sukale posaunten +10% sind Volksverdummung, weil sie eine Verlängerung der Arbeitszeit einschließen.)

Als Bahnkunde weiß ich, daß die regelmäßigen Preiserhöhungen der letzten Jahre keineswegs durch höhere Löhne der Bahnmitarbeiter verursacht wurden, sondern Ergebnis der harten Privatisierungsstrategie Mehdorns sind. Die Bahn soll „um jeden Preis preiswert“ an die Börse.
Es ist ein Unding, daß die Bahngewerkschaft Transnet sich an der Deckelung der Löhne und Gehälter beteiligt - ein Unding, aber kein Wunder. Der „gelbe“ Gewerkschaftsführer Hansen verdient sein Butterbrot als Vizechef des Aufsichtsrates des Konzerns.

Einheitsgewerkschaften, die nur ausführten, was von „oben“ verlangt wurde, hatten wir in der DDR lange genug.
Es ist ein Unding, der GDL, die durch ihren Kampf den „lahmen Hund Transnet zur Jagd trägt“, mangelnde Solidarität vorzuwerfen.

Manche sagen, ein Streik müsse aus ökologischen Gründen vermieden werden, weil ansonsten das Verkehrsaufkommen weiter auf die Straße verlagert würde ( So z. B. Karl-Peter Naumanner, Vorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn, FR v. 6.8.2007)
Ein selten kurzsichtiges Argument. Die Bahnprivatisierer werden sich weiter einen Dreck um die Ökologie kümmern. Die Beschäftigten und die Bahnkunden gemeinsam müssen für eine verkehrspolitische Wende sorgen.

Walter Kempowski ist gestorben

Die Flut der Nachrufe hebt an.
Auch Frau Merkel, die soeben noch die Qualität der Bauarbeiten an dem Fußballstadion würdigte, das in drei Jahren die Weltmeisterschaft sieht, meldete sich aus Afrika.
Wer nicht gern dicke Romane liest, darf sich dennoch am norddeutschen Humor des Autors erfreuen.
Sterben wird ja heutzutage zum öffentlichen Vorgang. K. hat den mannhaft durchgestanden.
Nicht nur den.
Sein „Echolot“ ist ein großes Werk.
Vielleicht stößt es etwas für die gute Zukunft an, vielleicht ganz anders als es sich Merkel oder Köhler vorstellen.

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