Kempowskis „Echolot“ (6) - Ausblendungen/Einblendungen
Ich bin im Begriff Kempowskis Werk gründlich zu lesen, Satz für Satz, was sicher nur Wenige tun.
Dabei ist mir die Notwendigkeit bewußt geworden, wie ich in meinem Posting vom 31.8. schrieb, auch über manche auffällige „Ausblendung“ nachzudenken.
Gregor Keuschnig entgegnete hierauf: „Mit dem Vorwurf der bewussten Ausblendung bestimmter Aspekte der NS-Ideologie liegst Du vollkommen falsch.“ Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Wannseekonferenz. http://opablog.twoday.net/stories/4216310/#comments
Nun, beim Nachlesen über der Vorgeschichte der Wannseekonferenz erscheint es mir besonders beachtenswert, weil meinen Vorwurf der Ausblendung bestätigend, daß Kempowski weder Hitler noch Goebbels mit ihren Äußerungen vom 12. bzw. 16 Dezember 1941 zu Wort kommen läßt. An diesen Tagen gab es grundsätzliche Äußerungen beider zur sog. Endlösung der Judenfrage, wie sie wenig später in der Wannseekonferenz festgelegt wurde.
Beim weiteren Lesen in „Barbarossa“ mache ich die Entdeckung, daß Kempowski durchaus ein maßgebliches Dokument im Zusammenhang der Wannseekonferenz in sein Buch eingearbeitet hat.
Es handelt sich um den Brief von Göring an Heydrich vom 31. 7. 1941 in dem der Reichsmarschall den Auftrag erteilt, einen „Gesamtentwurf“ bezüglich Kosten, Organisation und Durchführung für die „Endlösung der Judenfrage“ auszuarbeiten.
Bei Kempowski erscheint der komplette Brieftext unter dem Datum 8.7.1941 (!) und unter dem Namen der polnischen Historikerin Danuta Czech (!), aus deren Auschwitz-Kalendarium zitiert wird. Merkwürdig.
Es scheint, daß der kritische Leser sich sowohl auf Ausblendungen als auch auf Einblendungen gefaßt machen muß, und ebenfalls auf mitunter recht willkürlichen Umgang mit Kalenderdaten.
Zu einer Wertung dieser Erscheinungen fühle ich mich noch nicht in der Lage.
Handelt es sich um Mißgriffe des Autors im Kampf mit der Überfülle des Materials oder geht es um mehr?
Dabei ist mir die Notwendigkeit bewußt geworden, wie ich in meinem Posting vom 31.8. schrieb, auch über manche auffällige „Ausblendung“ nachzudenken.
Gregor Keuschnig entgegnete hierauf: „Mit dem Vorwurf der bewussten Ausblendung bestimmter Aspekte der NS-Ideologie liegst Du vollkommen falsch.“ Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Wannseekonferenz. http://opablog.twoday.net/stories/4216310/#comments
Nun, beim Nachlesen über der Vorgeschichte der Wannseekonferenz erscheint es mir besonders beachtenswert, weil meinen Vorwurf der Ausblendung bestätigend, daß Kempowski weder Hitler noch Goebbels mit ihren Äußerungen vom 12. bzw. 16 Dezember 1941 zu Wort kommen läßt. An diesen Tagen gab es grundsätzliche Äußerungen beider zur sog. Endlösung der Judenfrage, wie sie wenig später in der Wannseekonferenz festgelegt wurde.
Beim weiteren Lesen in „Barbarossa“ mache ich die Entdeckung, daß Kempowski durchaus ein maßgebliches Dokument im Zusammenhang der Wannseekonferenz in sein Buch eingearbeitet hat.
Es handelt sich um den Brief von Göring an Heydrich vom 31. 7. 1941 in dem der Reichsmarschall den Auftrag erteilt, einen „Gesamtentwurf“ bezüglich Kosten, Organisation und Durchführung für die „Endlösung der Judenfrage“ auszuarbeiten.
Bei Kempowski erscheint der komplette Brieftext unter dem Datum 8.7.1941 (!) und unter dem Namen der polnischen Historikerin Danuta Czech (!), aus deren Auschwitz-Kalendarium zitiert wird. Merkwürdig.
Es scheint, daß der kritische Leser sich sowohl auf Ausblendungen als auch auf Einblendungen gefaßt machen muß, und ebenfalls auf mitunter recht willkürlichen Umgang mit Kalenderdaten.
Zu einer Wertung dieser Erscheinungen fühle ich mich noch nicht in der Lage.
Handelt es sich um Mißgriffe des Autors im Kampf mit der Überfülle des Materials oder geht es um mehr?
kranich05 - 2007/09/04 10:48