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Dienstag, 28. August 2007

Als Peter Hacks vor vier Jahren starb

Am-Weg

geriet das bundesdeutsche Feuilleton, so weit um Nachruf bemüht, schlagartig an seine Grenze.
Man modelt am Zeitgeist, bedient den zur zweiten Natur gewordenen Antikommunismus, tilgt jeden Anflug von Humor und hält im übrigen auf ordentliches Benehmen.
Peter Hacks ficht derlei natürlich nicht an.
Mir hat die Postfrau heute das schmale Kinderbuch gebracht: „Der Bär auf dem Försterball“.
„Der Bär schwankte durch den Wald, es war übrigens Winter; er ging zum Maskenfest. Er war von der besten Laune. Er hatte schon ein paar Kübel Bärenschnaps getrunken; den mischt man aus Honig, Wodka und vielen schwierigen Gewürzen.“
Sie wollen wissen, wie der Bär tanzt? Hier wird die ganze schöne Geschichte erzählt:
http://abcypsilon777.blog.de/2006/12/07/title~1412072

Aber eigentlich wollte ich auf das schöne Essay von Heidi Urbahn de Jauregui über Hacks und Goethe hinweisen, das heute (und morgen) in der „jungen Welt“ erscheint. http://www.jungewelt.de/2007/08-28/002.php
Mit Hacks’ Blick auf Goethes „Faust II“ (Helena-Akt) hebt sie die dort dargestellte „Geburt der individuellen Liebe“, wie überhaupt des Individuums mit der Warenwirtschaft hervor. „Mit den Individuen entstehen auch die gegeneinander gerichteten Willen. Hacks: “Der Mensch beginnt als Hammel und emanzipiert sich als Wolf.“... Soziale Haltungen und entwickelte Subjektivität würden erst im Kommunismus zusammengeführt werden.“
Interessant sind für mich Berührungspunkte zu solchen Gedanken, die ich in meinen alten Tagebüchern finde.
http://tageundjahre.de/archives/144
Zum Ende meiner Eloge soll Peter Hacks das Wort haben, gefunden bei Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Hacks
„Das Problem der gegenwärtigen Propaganda ist, daß man dem Imperialismus, der mehr Grund zu Vorwürfen bietet als jede Gesellschaftsform sonst, gar nichts vorwerfen kann: weil es ihm gelungen ist, den Leuten alle Kriterien für recht und unrecht, wahr und falsch, schön und häßlich aus den Hirnen zu waschen. Nichts gilt mehr, und wie argumentieren, wo nichts gilt? Das Waschmittel ist der Positivismus, die Wäscherei das Fernsehen.“ (Peter Hacks, 9. Dezember 2000)“

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