kranich05 - 2007/08/18 21:04
Hallo,
Ihr habt ja heute das frühere Leningrad erlebt.
Anka hat auch viel erlebt.
Wir haben die große Runde zum Sportplatz gemacht, denn ihr Humpeln scheint etwas besser zu werden.
Unterwegs wurden wir von einem fröhlichen, momentan herrenlosen Pinscher begrüßt. Der Kleine, ohne Leine, näherte sich vorsichtig, neugierig. Ich war natürlich unsicher, ob Anka an der Leine lassen oder nicht. Sie blieb an der langen Leine, auch deshalb, weil sie keinerlei Unterlegenheitsverhalten zeigte. Nach kurzer wechselseitiger Begrüßung war sie nicht mehr interessiert.
Der Bengel folgte uns bis zur Wiese am Sportplatz. Hier ließ ich Anka frei. Er immer hinter ihr her. Nach ein wenig Trab ließ sie sich ungerührt zum Kacken nieder, was er aus nächster Nähe erwartungsvoll verfolgte.
Anka ignorierte ihn nach vollbrachter Leistung völlig und rannte spornstreichs zu mir, zum obligatorischen Leckerli.
Danach noch ein langer Blick seinerseits und ab, er trollte sich Richtung Dorf.
Auf Anka wartete schon das nächste, ein weit ernsteres Abenteuer. Auf der Sportplatz-Wiese hatte ich sie zweimal Leckerli suchen lassen, sie war eifrigst bei der Sache und hatte schnell Erfolg. Als wir auf dem Grasweg in Höhe des Schulgartens waren, suchte sie wieder, höchst intensiv, immer lebhafter den Grasweg hinunter. Dort, wo der Grasweg in der kleinen Wiese endet, wo sie sich immer so gerne wälzt, wurde es leidenschaftlich. Sie legte, immer noch suchend, den Schnellgang ein, entfernte sich jetzt rasch quer über die Wiese in Richtung Bäke. Mir wurde klar, daß sie jetzt außer Kontrolle geriet, ich rief, im selben Moment schoß sie los nach links wie ein Windhund; wie ein weißer Blitz floh eine Katze, Anka schien über der Katze aber es schien nur so, blitzschnell ging es nach rechts, ich konnte keine Einzelheiten erkennen, denn es spielte sich alles dicht am hochbewachsenen Ufer der Bäke ab.
Im nächsten Moment sah ich Anka relativ philosophisch am Ufer auf die Bäke blicken. ??? Keine Ahnung, wie es kam, daß dieser Konflikt auf Leben und Tod sich so Knall auf Fall in Luft auflöste.
Mit hängender Zunge trollte sie sich herbei. Wir machten den Bäkespaziergang. Unsere Dame gesetzten Alters war so erhitzt, daß sie sich ein kurzes Bad nicht nehmen ließ.
Schließlich die dritte Überraschung. Nach dem Wald, dort beim ersten Haus, war ihr Freund, der kleine Kläffer, der anderthalb Wochen weg war, wieder zu hören. Anka markierte im ersten Moment Fremdheit, war aber dann doch sehr angetan, beiderseits freudige Begrüßung durch den Zaun. Dann wars genug. Ziemlich abrupt wandte man sich zum Gehen.
Zu Hause gieriges, wohlverdientes Süffeln aus der Lieblingsgießkanne.
Wenn das kein erlebnisreicher Tag war!
kranich05 - 2007/08/18 12:53