14.6. in Leipzig angekommen
Gestern und heute viel Sonne, viel Hitze.
Ich fahre mit Wonne und gucke und schwitze.
Die Dübener Heide hab ich bewußt auf einsamen Wegen durchquert. Trotzdem von Heide keine Spur. Von Anfang bis Ende ging es durch Wald, und geschlaucht haben die aufgeweichten Forstwege.
Bad Düben wirkte auf mich ähnlich steril, wie Bad Berka vor einigen Monaten. Ob es gerade der Kurbetrieb ist (von dem man ja eigentlich "Kurleben" erwartet), der die Städtchen leerfegt, eben weil die Kureinrichtungen eher Leben "aufsaugen" als hergeben?
Der weitere Weg über Eilenburg nach Wurzen führte durchs Muldetal.

Der Mulde hat man ihre Überschwemmungsflächen noch nicht genommen, und entsprechend naturwüchsig und belebt und abwechslungsreich ist diese Flußlandschaft. Dazu der meist gut ausgebaute Radweg und auch noch erntereife Kirschbäume am Rande, was willst du mehr?

Wurzen, Geburtsort von Hans Bötticher/Joachim Ringelnatz, wollte ich nun endlich kennenlernen. Die "große Kreisstadt" stellt sich als eine einzige Baustelle dar. Die ganze Stadtanlage, auch einzelne Gebäude, haben durchaus etwas Enormes, dagegen und dazwischen die untilgbaren Spuren, die der Hammer des Krieges geschlagen hat (noch krasser ist das in Eilenburg sichtbar geblieben). Ja, die Deutschen wohnen in einem Vaterland, das als Folge ihrer Kriegsgeilheit 50% seiner historischen Identität, zumindest seiner städtisch-baulichen, verloren hat. Vaterlandsvergessene Bande, die nicht zu schätzen weiß, was sie hat.
Das städtische Museum Wurzen befindet sich in einem Haus aus dem Mittelalter. Seine Maße, seine Gliederung, sein Geist - man muß es einfach lieben. In seinem Zentrum eine Treppe mit Charakter, eine derbe, breite, unregelmäßige Wendeltreppe aus Holz.

In der vorgeschichtlichen Abteilung des Museums ist ein besonders wertvoller Bronzering erwähnt (gesehen habe ich ihn nicht), von dem es heißt, durch die Restauration sei er leider kleiner geworden und im Wert gemindert.
DAS hat mit noch kein Museum gesagt!
Die Ringelnatzausstellung ist nicht sehr groß aber sie zeigt dem aufgeschlossenen Besucher einen Ringelnatz, nicht zuletzt den Zeichner und Maler, wie er ihn vielleicht noch nicht kannte und nun besser kennenlernen möchte.

In der Ringelnatz-Buchhandlung am Markt frage ich nach Bernd Wagner, einem anderen Schriftstellersohn der Stadt. Sieh da, der Name ist der Buchhändlerin sogar bekannt, allerdings keins seiner Bücher, und lieferbar ist auch nichts.
Von Wurzen nach Leipzig.
Und noch einmal ein Lob den zerzausten, verkrüppelten, mißachteten, beraubten und doch den Wanderer, besonders den Radwanderer (denn der benutzt sein Fahrrad als Trittstufe), immer wieder auf das Köstlichste labenden Kirschbäumen!
Ich fahre mit Wonne und gucke und schwitze.
Die Dübener Heide hab ich bewußt auf einsamen Wegen durchquert. Trotzdem von Heide keine Spur. Von Anfang bis Ende ging es durch Wald, und geschlaucht haben die aufgeweichten Forstwege.
Bad Düben wirkte auf mich ähnlich steril, wie Bad Berka vor einigen Monaten. Ob es gerade der Kurbetrieb ist (von dem man ja eigentlich "Kurleben" erwartet), der die Städtchen leerfegt, eben weil die Kureinrichtungen eher Leben "aufsaugen" als hergeben?
Der weitere Weg über Eilenburg nach Wurzen führte durchs Muldetal.

Der Mulde hat man ihre Überschwemmungsflächen noch nicht genommen, und entsprechend naturwüchsig und belebt und abwechslungsreich ist diese Flußlandschaft. Dazu der meist gut ausgebaute Radweg und auch noch erntereife Kirschbäume am Rande, was willst du mehr?

Wurzen, Geburtsort von Hans Bötticher/Joachim Ringelnatz, wollte ich nun endlich kennenlernen. Die "große Kreisstadt" stellt sich als eine einzige Baustelle dar. Die ganze Stadtanlage, auch einzelne Gebäude, haben durchaus etwas Enormes, dagegen und dazwischen die untilgbaren Spuren, die der Hammer des Krieges geschlagen hat (noch krasser ist das in Eilenburg sichtbar geblieben). Ja, die Deutschen wohnen in einem Vaterland, das als Folge ihrer Kriegsgeilheit 50% seiner historischen Identität, zumindest seiner städtisch-baulichen, verloren hat. Vaterlandsvergessene Bande, die nicht zu schätzen weiß, was sie hat.
Das städtische Museum Wurzen befindet sich in einem Haus aus dem Mittelalter. Seine Maße, seine Gliederung, sein Geist - man muß es einfach lieben. In seinem Zentrum eine Treppe mit Charakter, eine derbe, breite, unregelmäßige Wendeltreppe aus Holz.

In der vorgeschichtlichen Abteilung des Museums ist ein besonders wertvoller Bronzering erwähnt (gesehen habe ich ihn nicht), von dem es heißt, durch die Restauration sei er leider kleiner geworden und im Wert gemindert.
DAS hat mit noch kein Museum gesagt!
Die Ringelnatzausstellung ist nicht sehr groß aber sie zeigt dem aufgeschlossenen Besucher einen Ringelnatz, nicht zuletzt den Zeichner und Maler, wie er ihn vielleicht noch nicht kannte und nun besser kennenlernen möchte.

In der Ringelnatz-Buchhandlung am Markt frage ich nach Bernd Wagner, einem anderen Schriftstellersohn der Stadt. Sieh da, der Name ist der Buchhändlerin sogar bekannt, allerdings keins seiner Bücher, und lieferbar ist auch nichts.
Von Wurzen nach Leipzig.
Und noch einmal ein Lob den zerzausten, verkrüppelten, mißachteten, beraubten und doch den Wanderer, besonders den Radwanderer (denn der benutzt sein Fahrrad als Trittstufe), immer wieder auf das Köstlichste labenden Kirschbäumen!
kranich05 - 2007/06/15 12:06




