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Montag, 4. Juni 2007

3.6. 20.00 Uhr, meine erste Etappe ist zu Ende

Ich habe mich irgendwo im Havelländischen Luch verkrümelt, in einem kleinen Wäldchen nahe der Straße, die zu einem Ort mit dem schönen Namen "Ebereschenhof" führt, der liegt kurz vor "Teufelshof".
Heute sind 35 km zusammen gekommen. Die größte Entdeckung war ein Gelände zwischen Leegebruch und Bärenklau (Ja, so heißen hier die hübschen kleinen Orte.), auf dem jede Menge Schottbaumaschinen, Lkws, Container usw. abgestellt waren. Lauter Denkmale einstiger technischer Macht und Herrlichkeit. Dort habe ich viel fotografiert.
Technikfriedhof1 Technikfriedhof2

















Sonst war die Fahrt arm an besonderen Höhepunkten.
Vom Waldsportplatz des TSV Perwenitz dringt ein Tosen aus den Kehlen von mindestens 50, 60 FuЯballfans herüber. Es sind die letzten Minuten. Ich sehe den leidenschaftlichen Angriff eines äußerst fesch in türkis-weiß gekleideten Stürmers, der aber vom Schlußmann der (offensichtlich) Heimmanschaft in schwarz-rot, wobei sein "Vollmond im Hafen" fast hätte ich gesagt golden leuchtet, mit einer tollen Parade abgewehrt wird. Der Schlußpfiff ertönt. Der Sportplatzsprecher verkündete noch ein leistungsgerechtes 2:2, und dann kann ich nur noch die phantasievollen Kostüme der Manschaften und Schiedsrichter aus der Nähe bewundern, während die Recken unter Beifall dem Vereinslokal zustreben.

In den Dörfern sind mir die vielen neu gebauten oder umgebauten Häuser aufgefallen, die gepflegten Gärten, sauberen Straßen und Wege. Man sieht: Das Volk lebt nicht schlecht. Revolte brauchen die Leute wahrlich nicht.
Auch mir gehts prima. Toll ist meine Isomatte. Ich sitze/liege jetzt schon 21/2 Stunden auf dem Waldboden, ohne die geringste Erkältungsangst. Auch mein Zelt ist ein kleines Wunder aus Kunststoffgewebe und Glasfiberstangen; so leicht, daß ich es mit dem kleinen Finger anheben kann, und es ist im Nu aufgebaut, und es schützt zuverlässig vor Regen, wie ich schon oft erprobt habe.
Nach Regen sieht es heute nicht aus, obwohl es den ganzen Tag stark bewölkt war. Es ist völlig windstill, könnte man denken. Dort drüben aber stehen zwei sehr hohe Bäume. Aus ihrem oberen Bereich schicken sie sehr wohl das Rauschen ihrer Blätter zu mir herüber.
Die-beiden-Windbaeume

Die Luft ist immer noch erfüllt von Vogelgezwitscher, obwohl es jetzt schon auf 21 Uhr geht. Auch seltene Rufe sind dabei - die ich allesamt nicht verstehe.
Bald lege ich mich zur Ruhe.

4.6. 11 Uhr
Ich hatte wunderbar geschlafen, neun Stunden, bis 6 Uhr, dann noch eine Stunde drangehängt.
Vergessen hatte ich gestern noch, zu erwähnen, daß mein Zelt völlig mückendicht ist. Mit dem größten Vergnügen durfte ich ihr ärgerliches und vergebliches Sirren hören, wenn sie versuchten, zu mir vorzudringen. Nicht Eine hates geschafft!
Wider Erwarten stieß ich schon in der Kleinstadt Nauen auf einen Internetzugang, deshalb dies prompte Posting.
Nachher gehts weiter in Richtung Ketzin. Unter anderem interessiert mich die Wüstung des Dorfes Knoblauch.

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