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Dienstag, 15. Mai 2007

Klimaalarm!

Voll und ganz stimme ich dem zu, was Joachim Jahnke über die unvermeidlich werdende Klimakatastrophe schreibt.

Von einem wirklichen Umlenken sind wir weiter entfernt, denn je!

"Gedanken zur Zeit 160 05-05-07: 8 Jahre Count-down bis zum no-return in Sachen Klima und was dann?

Eigentlich ist es nicht zu fassen: Da erwartet die Klimawissenschaft, daß die politischen Systeme um den Globus herum in nur 8 Jahren den CO2-Zuwachs total abstellen und in einen Rückgang verwandeln können (siehe hier). Allein China baut seine Industrie, und hier vor allem die emissionsintensive Schwerindustrie, in den letzten 5 Jahren um durchschnittlich 17 % pro Jahr aus. Die Motorisierung wächst dort noch schneller. Die Europäer und die USA müßten dramatische Rückwärtsgänge einlegen, nur um für den ebenso dramatischen Zuwachs in China (und die Produktion der Schnäppchen, die wir von dort beziehen), Indien und einigen anderen Schwellenländern Raum zu schaffen.

Noch gespenstiger: Mit dem lächerlichen Einsatz von nur bis zu 2,5 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts in 2030 und einer mittleren jährlichen Einbuße von 0,1 % könne in der mittleren Abschätzung die Erderwärmung unter der kritischen Grenze von zwei Grad gehalten werden, wird jedenfalls von den Wissenschaftlern behauptet. Ganz abgesehen davon, daß kaum jemand einen solchen Betrag seriös errechnen kann, als Lockspeise für die Politik ist er einfach nicht glaubwürdig genug. Viel glaubwürdiger ist für mich da der britische Umweltpapst Lovelock, der die Britische Regierung zu einer finanziellen und menschlichen Kraftanstrengung wie im 2. Weltkrieg auffordert, um alle dortigen tieferliegenden größeren Bevölkerungszentren einzudämmen. Für alles andere sei es schon zu spät. Er sagt übrigens auch, die Erde werde den Klimaschock immer noch mit 25 % der Menschheit überleben können.

Die nur noch 8 Jahre und die nur 0,1 % passen einfach nicht zusammen. Da muß viel mehr passieren. Künftige unter dem Klima leidende Generationen werden uns mindestens zweimal verfluchen: Einmal, weil der heutige Neoliberalismus erlaubt hat, daß immer mehr Kapital das profitträchtigere industrielle Investment in Ländern mit niedrigen Umweltstandards suchen konnte. Vor allem aber, weil mit der neoliberalen Begrenzung der Arbeitseinkommen und dem Aufwuchs an Arbeitslosigkeit die Umweltthematik in den Hintergrund der alten Industrieländer gespielt wurde. Wer sich um seinen Arbeitsplatz sorgt oder um seinen Lebensunterhalt, schert sich wenig um die Umwelt, zumal das Unheil noch etwas auf sich warten läßt. Der Neoliberalismus gehört vor allem deshalb an den Pranger gestellt zusammen mit allen, die sich dafür stark machen."
http://www.jjahnke.net/gedanken6.html#klima

Wer es ausführlicher wünscht lese Kai Schmidt hier:
http://www.sopos.org/aufsaetze/45ec043b86652/1.phtml

Informationshygiene

Gestern bin ich auf den Beitrag „Dateninfantilität“ gestoßen, in dem es um meine Verantwortung für die von mir verursachten Datenspuren geht. Auch auf die Gefahr hin, der Laxheit oder gar Dateninfantilität bezichtigt zu werden, mag ich dem dort gewiesenen Weg nicht folgen. Einerseits, weil ich mir einfach nicht zutraue, mit einem vertretbaren Aufwand die Kompetenz zu erlangen, mich gegenüber den hauptberuflichen Ausforschern und Schnüfflern zuverlässig abzuschirmen. Und andererseits, weil mich die Erfahrung aus der Endzeit der DDR geprägt hat, wie nutzlos unter bestimmten Bedingungen die geheimdienstlich gesammelten enormen Datenmengen sind. Wie die eh nicht zu verhindernde Datenmacht der Herrschenden entwertet werden kann, das erscheint mir als die eigentliche Herausforderung.
Ein anderer Gesichtspunkt des Umgangs mit Informationen ist meine eigene Abschirmung vor der Flut. Das ist mir seit langem ein Problem. (http://tageundjahre.de/?p=48)
Der Mensch neigt dazu, heute noch mehr als früher, sich spontan als Souverän seiner (Informations)-Verhältnisse zu betrachten - und er überschätzt sich oftmals damit
Eine Gegenwehr besteht darin, sich rigoros abzuschotten gegen die anstürmenden (und anschleichenden) Informationsmassen. Das kann durchaus mit dem Verlust einer gewissen kommunikativen und sozialen Kompetenz verbunden sein und ist also leichter gesagt als getan. (Wer kein Fernsehen hat, kann oftmals nicht mitreden.)
Das bloße Abschotten ist nur eine begrenzte Strategie. Wir haben es nicht nur mit Informationsflut zu tun, sondern auch mit Informationswüste. Aktuelles Beispiel: Wie komme ich zu soliden Informationen über die laufenden Kriege im Irak und in Afghanistan? Informations-/Mediensteuerung hat die Wirklichkeit beider Kriege weitgehend verschwinden lassen. Mühelos kann ich, neben den Routinemeldungen über Attentatsopfer, ausführliche Informationen über die psychischen Probleme amerikanischer Soldaten finden, ich kann erfahren, ob sie bei YouTube posten werden, ich werde informiert über das Prozedere der amerikanischen Eliten bei der Kriegsfinanzierung und -terminisierung, ja selbst über amerikanisch-iranisch-saudiarabische Ränke kann ich manches erfahren, ganz zu schweigen vom Wohlbefinden bundesdeutscher Tornadoflugzeuge und -piloten.
Informationen dagegen, über das Leben der Menschen im Krieg und über die den Krieg führenden Kräfte und ihre Ziele zu finden, ist mühsam, oftmals schier unmöglich.
So gibt es einen Informationsvorhang hinter dem die Wahrheit beider Kriege verschwindet. Es kommt also auf den Versuch an, die Abschottung gegenüber Informationsmüll um die Rekonstruktion eines Wirklichkeitsbildes aus Bruchstücken zu ergänzen.

Was kann ich nur tun, damit mein Blog nicht immer so dröge ist?

droege


Und gerade jetzt, wenige Stunden später, läuft mir das dazu passende Lied über den Weg
"Zieh dir was an" mit dem Refrain:

"Zieh dir was an - Mädchen
wer etwas kann - Mädchen
Zieht dann und wann - Mädchen
Ein bisschen was an"


CD "Von hier an blind" der Gruppe "Wir sind Helden".
Nicht übel!
http://www.wirsindhelden.com/

20-Punkte Heilplan gegen Dateninfantilität

Ganz aktuell!
Ein hochinteressanter Beitrag hier
http://segert.net/weblog/heilplan-gegen-dateninfantilitaet/
via: http://amazonas.the-dot.de/Gegen-Dateninfanitilitaet

Ich habe dort auch meinen Senf dazu gegeben.

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