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Donnerstag, 3. Mai 2007

Das arge Schicksal der Revolution

Steine schmeißen - Graffiti 2007 in Jena

Die Revolution hat nur eine Chance, wenn sie die Dreieinigkeit (Versteht da Jemand Dreifaltigkeit?) von Wut, Weisheit und Organisation schafft.

Wir DDRler hatten schon ein wenig Weisheit (also keine) und sehr viel Organisation aber die Wut war uns gänzlich abhanden gekommen.

Seit 1990 war jahrelang überhaupt nichts mehr zu spüren von Weisheit oder Organisation oder Wut.

Leis’ steigen heute wieder die Gerüche der Wut aus dem Keller.
Noch schwach kehrt die Hoffnung zurück.
Auf den langen, langen Weg.

Terrorinstrumente - graffiti 2007 in Jena Achtung Staatsschutz! Terrorgraffitis in Jena.

Beim erstmaligen Lesen von Günther Anders’ Hiroshimabuch

"Hiroshima ist überall." Tagebuch aus Hiroshima und Nagasaki. (Taschenbuch) Siehe:
http://www.amazon.de/Hiroshima-ist-%C3%BCberall-Tagebuch-Nagasaki/dp/3406392121

Hätte ich keine DDR-Biografie wäre es vielleicht eine Wiederbegegnung gewesen.

Mich überkommt ein merkwürdiges Gefühl:
Mit aller argumentierenden und moralisierenden Kraft müht sich der Prophet, der Menschheit das notwendige Bewußtsein ihrer existentiellen Gefährdung durch die Atombombe einzuschärfen.
Das war vor 50 Jahren.
Vor 25 Jahren, als er seine Schrift erneut herausgibt, stellt er fest, daß seine Worte aktueller sind, denn je.
Mit vollem Recht könnte ich dasselbe für den heutigen Tag behaupten
und vermutlich ein Leser der Zukunft in zwanzig oder dreißig Jahren nicht weniger.

Schließlich beweist die dringlichste, buchstäblich für die Stunde geschriebene Warnung des freien Geistes noch nach hundert Jahren ihre unveränderte Gültigkeit.

Ist die Warnung - längst „wie Asche im Mund“ - immer noch Warnung?
Sind die Gewarnten wirklich gewarnt worden? Oder wurden sie nur mit Makulatur beworfen?
Sind die Gewarnten überhaupt warnbar?
Du und ich können gewarnt werden. Aber die Menschheit, dieser sich kolossal über Berg und Tal windende Lindwurm?
Wenn er lernt, wie lernt der?

1. Mai 2007 in Jena

Erster Mai 2007 in Jena

Ich traue meinen Augen nicht. Lenin schafft es auf's Maiplakat des DGB.

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