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Freitag, 13. April 2007

Terroristen schaffen!

bombardement

Der moderne Soldat kämpft nicht mehr.
(Nicht, daß ich am physischen Kampf der Krieger irgend etwas erstrebenswert fände!)
Im besten Falle thront er in seinem büroähnlichen Gefechtsstand und hantiert mit einem joystickartigen Knüppel. Dabei hat er ein, zwei Monitore vor Augen und paar Stimmen im Kopfhörer; eine gehört vielleicht seinem deutschen Auklärerkumpel.
Auf dem Bildschirm werden irgendwelche krabbelnden Wesen mit Feuerwolken belegt. Es könnte sich um ein merkwürdiges Insektenvernichtungsspiel handeln.

bomben1bomben2bomben3

Es ist aber ein Militärvideo, das sieben endlose Minuten lang einen Angriff amerikanischer Hubschrauber auf ein Auto, ein Haus und fliehende Menschen in den Bergen Afghanistans zeigt.
http://opablog.twoday.net/stories/3568084/
Die Taten der „Henker vom Himmel“ werden nur einen leidenschaftlichen Wunsch wachrufen: Nach Rache!
Ihre gottgleiche Unverwundbarkeit auf dem Schlachtfeld, läßt nur eine Kampfform zu: Mit letztem Körpereinsatz die Bombe in ein „weiches Ziel“ tragen!
Wer bisher nur wußte, wie Terror entsteht – hier spürt er es, erlebt er es mit, wie Menschen in eine Lage gebracht werden, in der sie, bei Strafe ihrer Ausrottung, zu Terroristen werden.

„führendst“

Zum ersten (und wie ich festhalten darf, bisher einzigen) Male hörte ich dieses Steigerungswort vor reichlich 30 Jahren. Damals promovierte ich (als „Auswärtiger“) an einem Parteiinstitut der SED („Zentralinstitut für sozialistische Wirtschaftsführung beim ZK der SED, Berlin-Rahnsdorf“ war sein Name.), und wenn die Mitarbeiter dort von denen sprachen, die die Macht im Staate verkörperten, besonders dem schier allmächtigen G.M. (= Günter Mittag), dann war von „den führendsten Genossen“ die Rede. Ich kannte diese Kategorie aus Marx' oder Lenins Schriften, ja selbst aus unseren Lehrbüchern, nicht, und sie paßte nicht zu meinem, trotz allem, etwas naiven Verständnis von demokratischem Zentralismus oder sozialistischer Demokratie.
„Eigentlich eine üble Sache“, dachte ich bei mir.
Heute ist mir dieses Wort wieder begegnet und wieder mit übelstem Klang.
Im Juni 1932 ließ es sich der Aufsichtsratschef der IG Farben, Clemens Lammers, zugleich Präsidiumsmitglied des Reichsverbandes der Deutschen Industrie (RDI) nicht nehmen, der Skepsis seiner Mitwirtschaftskapitäne gegenüber den sozialistischen Phrasen der NSDAP-Führer entgegenzuwirken. Beruhigend sagte er: “Man hat mir gesagt, daß führendste Persönlichkeiten einer großen Bewegung bei jeder Gelegenheit erklärten, sie seien gern bereit, jede ehrliche Mitarbeit führender Wirtschaftler anzunehmen, um eine sachverständige Leitung der deutschen Wirtschaft auch künftig gewährleistet zu sehen.“
Nur Monate später hatten die „führendsten Persönlichkeiten“ Hitler und Göring „führende Wirtschaftler“, wie Schacht und Krauch in Regierungsämter gehievt.
Dazu schreibt Otto Köhler hier einen lesenswerten Aufsatz:
http://www.jungewelt.de/2007/04-12/019.php und hier:
http://www.jungewelt.de/2007/04-13/023.php

Antisemitologie

Eine Antwort in der taz von ROLF VERLEGER auf Micha Brumlik:

"Das Antisemitismus-Gerede überhöht Judenhass zum mystischen Ewigkeitsphänomen.
Es dient vor allem dazu, Kritik an Israel zu denunzieren."


http://www.taz.de/pt/2007/04/12/a0133.1/text

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