Ein schöner Film, kein lauter Film, einer der nachwirkt.
Und das nicht nur, weil Marcello Mastroianni in einer großen Rolle zu sehen ist, einer seiner letzten.
Pereira ist ein alter Zeitungsmann 1938 im faschistischen Portugal. Er ist unpolitisch, verwitwet, stellt sich auf einen ruhigen Lebensabend ein, mit seiner geliebten Arbeit als Übersetzer und Kulturredakteur und im innigen Zwiegespräch mit dem Bild seiner lange verstorbenen Frau. Gedanken an Klassenkampf, an politische oder ökonomische Macht, gar an Diktatur, liegen ihm fern.
Doch obwohl er meint, es sei an der Zeit, mehr über den Tod und das Sterben nachzudenken, bleibt er ein sensibler Beobachter des Lebens. Ja, die Begegnung mit jungen Kommunisten, die gegen Franco und Salazar kämpfen, mit einer Jüdin, die aus Deutschland fliehen mußte, lassen ihn immer wacher auf die politischen Signale reagieren, die der Alltag ihm in Fülle liefert.
Er sucht keineswegs die politische Arena. Aber er verdrängt es nicht, wenn sich ihm gesellschaftliche Zusammenhänge offenbaren, er findet den Mut zu fragen und weiter zu denken. Und als er sich zur Tat entscheidet, erlebt er das kostbare Gefühl, frei zu werden, indem er für die Kräfte der Menschlichkeit Partei nimmt.
Ein Film gegen den Mainstream von heute mit seiner Ignoranz des aus eigenem Gewissen handelnden, konkreten gesellschaftlichen Menschen.
Land: Italien, Portugal, Frankreich, 1995
Darsteller: Marcello Mastroianni, Stefano Dionisi, Nicoletta Braschi, Daniel Auteuil
Regie: Roberto Faenza
Nch dem Roman „Erklärt Pereira" von Antonio Tabucchi
Bildquellen:
http://www.br-online.de/kultur-szene/film/tv/0509/05278/
http://www.schnitt.de/_images/filme/erklaert_pereira.jpg&imgrefurl=http://www.schnitt.de/filme/artikel/erklaert_pereira.shtml&h=288&w=340&sz=28&hl=de&start=1&um=1&tbnid=7l7dNdvcRjmtjM:&tbnh=101&tbnw=119&prev=/images%3Fq%3Derkl%25C3%25A4rt%2BPereira%26ndsp%3D20%26svnum%3D10%26um%3D1%26hl%3Dde%26safe%3Doff%26sa%3DN