Zum Ersten den allwöchentlichen Auszug aus Karl Marx „Das Kapital. Kritik der Politischen Ökonomie“:
„Überbesteuerung
Da die Staatsschuld ihren Rückhalt in den Staatseinkünften hat, die die jährlichen Zins- usw. Zahlungen decken müssen, so wurde das moderne Steuersystem notwendige Ergänzung des Systems der Nationalanleihen. Die Anleihen befähigen die Regierung, außerordentliche Ausgaben zu bestreiten, ohne daß der Steuerzahler es sofort fühlt, aber sie erfordern doch für die Folge erhöhte Steuern. Andrerseits zwingt die durch Anhäufung nacheinander kontrahierter Schulden verursachte Steuererhöhung die Regierung, bei neuen außerordentlichen Ausgaben stets neue Anleihen aufzunehmen. Die moderne Fiskalität, deren Drehungsachse die Steuern auf die notwendigsten Lebensmittel (also deren Verteuerung) bilden, trägt daher in sich selbst den Keim automatischer Progression. Die Überbesteuerung ist nicht ein Zwischenfall, sondern vielmehr Prinzip, .... um den Lohnarbeiter unterwürfig, frugal, fleißig und ... mit Arbeit überladen zu machen.“
http://www.jungewelt.de/2006/12-16/002.php
Das ist nun wahrlich einer der klassischen Texte, wie ich sie vor Jahrzehnten intensiv gelesen und zu meiner Allgemeinbildung gemacht habe. Heute aber war er mir in seiner exakten Form kaum noch gegenwärtig.
Notwendige, nützliche Auffrischung!
Zum Zweiten ein Artikel auf der Geschichtsseite über die mit sowjetischer Hilfe gegründete und vor 60 Jahren von iranischen Truppen zerschlagene kurdische Republik Mahabad.
http://www.jungewelt.de/2006/12-16/045.php
Von diesen Ereignissen habe ich überhaupt nichts gewußt. Und doch wäre daraus so viel zu lernen gewesen über die pragmatische Großmachtpolitik der Sowjetunion unter Stalin, über ihr Interesse unter Ausnutzung nationaler Bestrebungen Satellitenregimes zu schaffen und diese unter veränderten Bedingungen rücksichtlos fallen zu lassen.
Erkenntnisse, die mir zur rechten Zeit gefehlt haben. Ob ich das alles freilich zur rechten Zeit überhaupt hätte wissen wollen?
Dringend notwendiger Nachhilfeunterricht!
Zum Dritten geschichtsklitternde Beiträge, wie hier schon einmal erwähnt:
http://opablog.twoday.net/stories/2993195/
Geschichtsverbiegungen, gegen die ich mich sträube, weil ich es selbst anders erlebt habe. Jüngstes Beispiel dieser Art ist der romantische Schmus, der in verschiedener Form um Markus Wolf gemacht wird.
(Vergl. u.a.:
http://www.jungewelt.de/2006/12-07/007.php?sstr=Klaus|Freymuth )
Bedrückende Beispiele der Unfähigkit linker Parteilichkeit, radikal zu lernen!
Oder einfach zu wenig Menschenliebe?