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Freitag, 18. August 2006

Exoten-Abenteuer im Garten

Es fing damit an, dass ich unbedingt mal Andenbeeren (Physalis) kultivieren wollte. (Werbespruch: Die Kultur der A. entspricht der der Tomate.) Ich besorgte mir Saatgut und erlebte, dass kein einziges Samenkorn keimte. Versuch wiederholt. Das Ergebnis war wieder gleich Null.
Jetzt drängte die Zeit, und ich ersteigerte bei Ebay Jungpflanzen. Mir ging es nur um die Andenbeere, doch zum Paket gehörten je eine Aubergine, Paprika, Artischocke und als Zugabe noch etliche Tomaten. Alles war ziemlich nachlässig verpackt und nichts beschriftet. Aber die Pflanzen waren gesund und kräftig.
Die jungen Tomaten zu identifizieren, machte kein Problem, auch nicht Paprika und Artischocke. Bei Aubergine und Andenbeere aber musste ich raten, und prompt habe ich beide Arten verwechselt.
Nachdem sich aus einer schönen Blüte meiner „Andenbeere“ dieses Gebilde zu entwickeln begann, schwante mir etwas.

Aubergine 1

Heute sieht meine erste und einzige Eierfrucht so aus und steht vor der Ernte.

Aubergine 2

Nachdem ich die Andenbeere richtig identifiziert hatte, wurde sie aus dem Topf in den Garten gepflanzt. In unmittelbarer Nachbarschaft von Tomate, Lavendel und Palmkohl entwickelte sie sich prächtig. Ich erinnerte mich: Kultur wie Tomate - also laufend ausgeizen? Genau das hatte ich mit einer anderen Exotin gemacht, der Melonenbirne, und dabei ständig die Blütenknospen, die sich in den Blattachseln bildeten, vernichtet. Die Pflanze wuchs und wuchs, bloß blühen wollte sie nicht.
Der Andenbeere ließ ich nun also ihre Freiheit. Sie schleudert ihre Zweige um sich, wie es die gezüchtigten Tomaten gerne täten. Ihre Blüten sind ziemlich unscheinbar aber die schönen „Lampions“ an der Unterseite der Zweige sind vergnüglich anzuschauen. Und viele, viele sind es.
Noch sehen sie schlicht grün aus. Nie ganz zufrieden, wie der Mensch ist, würde ich sie gern in verschiedenen Farben sehen….
Doch jetzt beobachte ich erstmal, wie ihre Entwicklung weitergeht.

Andenbeere

Was sagte Assad?

Frank-Walter Steinmeier, Merkels Diplomatenstern, reiste nach Damaskus, reiste nicht nach Damaskus, redete mit Syriens Präsidenten Assad, redete nicht mit Assad, schickt Zöllner an die syrische Grenze oder doch lieber deutsche Aufklärungsdrohnen oder weder noch.

Was sagte eigentlich Assad so unerwartet Schreckliches?
Assad
Der Wortlaut seiner Rede vor der 4. Konferenz der Syrischen Journalisten-Union oder wenigstens eine ausführliche Zusammenfassung ist in unserer um und um informierten Gesellschaft kaum zu finden. Fast allen Journalisten genügt es, ein paar knappe Zitatfetzen und die mediengerechte Verärgerung des deutschen Außenministers zu kolportieren.

Einem Bericht zufolge, der sich nicht in zweieinhalb Zitaen erschöpft ( http://alsharq.blogspot.com/ am 15. August), sagte Assad u.a.:
"Der Krieg gegen die Hizbollah sei nur ein Teil einer weiter angelegten Strategie der USA, Libanon und Syrien ein Friedensabkommen mit Israel nach dessen Vorstellungen zu diktieren. "Es gibt keine Verbindung zwischen der Gefangennahme der beiden Soldaten und dem Krieg gegen den Libanon. Der Krieg war schon zuvor beschlossen Sache. Jeder der das nicht erkennt, hat eine gestörte Wahrnehmung."

Wollte Herr Steinmeier etwa dem syrischen Präsidenten diese einfachen Tatsachen ausreden?

"Die von Syrien unterstützte Hizbollah bezeichnete Assad als legitime Widerstandsbewegung, da die israelische Agression auch seit dem Rückzug aus dem Südlibanon 2000 nicht geendet habe und Verletzungen des libanesischen Luftraums durch israelische Kampfflugzeuge an der Tagesordnung seien."

Ob Herr Steinmeier diese nüchternen Feststellungen dem syrischen Präsidenten widerlegen kann?

"Assad forderte Israel auf seine "Arroganz" aufzugeben. "Wir in Syrien, Libanon und Palästina haben noch immer Land, das nicht befreit ist. Entweder sie bewegen sich in Richtung Frieden und geben den Arabern ihre Rechte zurück, oder sie bewegen sich in Richtung anhaltender Instabilität."

Glaubt Herr Steinmeier mit der derzeitigen Bundesregierung im Ernst, man könne das legitime syrische Interesse an den von Israel besetzten Gebieten ignorieren?

Zum Schluß sagt Assad noch
"In den letzten Schlachten habt ihr den Geschmack der Erniedrigung kennen gelernt. Eure Waffen werden euch nicht schützen, weder eure Flugzeuge, noch eure Raketen, auch nicht eure Atombombe. Die kommenden arabischen Generationen werden einen Weg finden Israel zu besiegen."

Zweifellos eine Kampfansage an den israelisch-amerikanischen Aggressor, (für den Fall, daß er sich nicht "in Richtung Frieden bewegt" und nicht "den Arabern ihre Rechte zurückgibt").
Unerhört! Man kuscht nicht, sondern erklärt, daß der Kampf weiter geht.

Das scheint den Außenminister der deutschen Fastgroßmacht und beflissenen Erfüllungsgehilfen imperialer Politk (Gerade hatte Deutschland mitverhindert, daß nach dem Massaker von Kanaa die EU eine sofortigen Waffenstillstand forderte.) vor ein unlösbares Problem gestellt zu haben.

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