Der israelische Friedenaktivist Reuven Moskovitz,
Mitbegründer eines Kibbuz im Norden Israels, an der libanesischen Grenze,
hat dem Deutschlandfunk ein Interview gegeben.
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/520534/
Er sagt:
„Man redet von Israel – aber es gibt ein regierendes Israel, das derart das Volk beängstigt, das diese furchtbare Vergangenheit (des Holocaust) und die Verletzbarkeit von uns instrumentalisiert. Aber im Grunde genommen ist das, was wir heute machen, nicht zu verteidigen. Das ist schon längst vergessen – Verteidigungskrieg und so weiter….
Wir haben als Sozialisten angefangen. Und unsere Sozialisten sind mehr und mehr national geworden. Und heute hat der Nationalismus bei uns den Vorrang. Und wenn man Probleme nur mit Gewalt lösen will – das ist typisch für den Faschismus…. Die regierende Politik kennt keine andere Sprache als Gewalt, nur Gewalt.“
Moskovitz erwähnt, dass Hannah Arendt bereits in Briefen aus dem Jahre 1955 „von der Germanisierung der israelischen Politik“ spricht.
Ich finde ihre Formulierung in dreifacher Hinsicht aufschlussreich:
- insofern Hannah Arendt frühzeitig (zumindest) faschismusähnliche Tendenzen in Israel ausmacht
- insofern sie den offenen begrifflichen Vergleich mit dem Faschismus vermeidet und
- mit „Germanisierung“ selbst eine („mild“) nationalistische Bezeichnung benutzt.
hat dem Deutschlandfunk ein Interview gegeben.
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/520534/
Er sagt:
„Man redet von Israel – aber es gibt ein regierendes Israel, das derart das Volk beängstigt, das diese furchtbare Vergangenheit (des Holocaust) und die Verletzbarkeit von uns instrumentalisiert. Aber im Grunde genommen ist das, was wir heute machen, nicht zu verteidigen. Das ist schon längst vergessen – Verteidigungskrieg und so weiter….
Wir haben als Sozialisten angefangen. Und unsere Sozialisten sind mehr und mehr national geworden. Und heute hat der Nationalismus bei uns den Vorrang. Und wenn man Probleme nur mit Gewalt lösen will – das ist typisch für den Faschismus…. Die regierende Politik kennt keine andere Sprache als Gewalt, nur Gewalt.“
Moskovitz erwähnt, dass Hannah Arendt bereits in Briefen aus dem Jahre 1955 „von der Germanisierung der israelischen Politik“ spricht.
Ich finde ihre Formulierung in dreifacher Hinsicht aufschlussreich:
- insofern Hannah Arendt frühzeitig (zumindest) faschismusähnliche Tendenzen in Israel ausmacht
- insofern sie den offenen begrifflichen Vergleich mit dem Faschismus vermeidet und
- mit „Germanisierung“ selbst eine („mild“) nationalistische Bezeichnung benutzt.
kranich05 - 2006/07/18 15:05