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Dienstag, 18. Juli 2006

Der israelische Friedenaktivist Reuven Moskovitz,

Mitbegründer eines Kibbuz im Norden Israels, an der libanesischen Grenze,
hat dem Deutschlandfunk ein Interview gegeben.
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/520534/

Er sagt:
„Man redet von Israel – aber es gibt ein regierendes Israel, das derart das Volk beängstigt, das diese furchtbare Vergangenheit (des Holocaust) und die Verletzbarkeit von uns instrumentalisiert. Aber im Grunde genommen ist das, was wir heute machen, nicht zu verteidigen. Das ist schon längst vergessen – Verteidigungskrieg und so weiter….
Wir haben als Sozialisten angefangen. Und unsere Sozialisten sind mehr und mehr national geworden. Und heute hat der Nationalismus bei uns den Vorrang. Und wenn man Probleme nur mit Gewalt lösen will – das ist typisch für den Faschismus…. Die regierende Politik kennt keine andere Sprache als Gewalt, nur Gewalt.“

Moskovitz erwähnt, dass Hannah Arendt bereits in Briefen aus dem Jahre 1955 „von der Germanisierung der israelischen Politik“ spricht.
Ich finde ihre Formulierung in dreifacher Hinsicht aufschlussreich:
- insofern Hannah Arendt frühzeitig (zumindest) faschismusähnliche Tendenzen in Israel ausmacht
- insofern sie den offenen begrifflichen Vergleich mit dem Faschismus vermeidet und
- mit „Germanisierung“ selbst eine („mild“) nationalistische Bezeichnung benutzt.

Ein Blog aus dem Norden Israels

http://rungholt.blogg.de/eintrag.php?id=1334
Silja kommt aus Deutschland und lebt seit vielen Jahren in Israel. Sie arbeitet an der Uni. Sie ist Mutter von vier Kindern. Ihr Mann war als Soldat im Libanon stationiert.

Im Blog drückt sie aus, wie die Ängste und Sorgen ihren Alltag durchdringen. Sie bemüht sich der Komplexität der Ereignisse gerecht zu werden und denkt auch an die Ängste der Mütter auf der libanesischen Seite.
Ihr Hass gilt der Hisbollah und ihren Angriffen. Glühend vertritt sie das Selbstverteidigungsrecht Israels. Empört ist sie, wenn in Medien Israel Gewaltpolitik vorgehalten wird. In der Verteidigung ihres Rechts weiß sie sich in Übereinstimmung mit Broder.

Auf ihr Blog wurde ich über http://axonas.twoday.net/stories/2349152/ aufmerksam, wo es auch eine Diskussion gibt.

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