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Sonntag, 28. Mai 2006

Saudi-Arabien: Innenminister beschränkt Macht der Religionspolizei

Saudi Arabien"Saudi-Arabiens Innenminister Prinz Naif bin Abdul Aziz hat in einem Dekret die Rechte der Religionspolizei eingeschränkt. Demnach ist es den Sittenwächtern künftig nicht mehr gestattet Festgenommene festzuhalten und zu befragen, sondern muss diese umgehend an die allgemeine Polizei übergeben. Außerdem soll die Untersuchung von Missbrauchsfällen zukünftig nicht mehr zum Aufgabenbereich der Muttawa genannten Behörde gehören."
mehr: http://alsharq.blogspot.com/ am 26.5.2006

Peter Hacks

Der sieche Fisch

Ein Fisch, aus einem flutenden Kanale
Gewahrt er sich in einen Teich verbracht,
Den ein Gewirr von Erlen, jedem Strahle
Des Tages Einhalt bietend, überdacht.

Der Pflanzen Grün geht dort in Fäulnis über.
Der Boden steigt, der Raum für Taten sinkt.
Die Aussicht wird von Mond zu Monat trüber.
Es stinkt um ihn. Dann ists er selbst, der stinkt.

Er fragt im Dämmer jener Erlengruppen
Nicht, was beginnen. (Und es wäre: nichts).
Mit wundem After steht er, blutgen Schuppen,
Ein schräger Spiegel eines kalten Lichts.
So traf ich und betracht ich ihn, in Kenntnis
Des Weltzusammenhangs und mit Verständnis.

Fukuyama

In den USA grübelt man darüber, warum es nicht zum Triumphzug gegen den Terror reicht. Der bekannte neokonservative Ideologe Fukuyama hat dazu ein Buch geschrieben, „Amerika am Scheideweg“, das im Blog „Begleitschreiben“ ausführlich besprochen wird.

Nachdenkstoff für Europäer liefert es immerhin, dass sich Fukuyamas dagegen wendet, der Fundamentalismus/Dschihadismus islamischer Länder sei der Hauptgrund für den Terrorismus.
„Luzide und sehr interessant seine These, die „gefährlichen“ Dschihadisten seien in der Mehrzahl nicht in die westliche Gesellschaftordnung Europas integrierte Einwanderersöhne der 2. oder 3. Generation. Nicht fehlende demokratische Strukturen in den Heimatländern seien der Grund für den weltweiten Terrorismus. Fukuyama verweist das Problem an die europäischen Sozialpolitiker und belegt dies mit den Lebensläufen der Attentäter des 11. September, die fast alle gut ausgebildet, aber nicht sozial integriert und akzeptiert gewesen seien und daraufhin mit der Zeit ihren Hass auf die westliche Ordnung gebildet hätten.“
Mehr dazu hier: http://begleitschreiben.twoday.net/stories/1974608/#2079359

Sturm im Mai

Das Wetter verdient heute einen besonderen Bericht. Eben war ein Gewitter. Es war düster und düsterer geworden, heftiger Regen klatschte in Schauern herunter, vor allem aber ein Sturm mit schlimmen Böen, die einem richtig Angst machen konnten. Die Bäume mit ihrem dichten Blätterkleid bieten ja nun einen erheblichen Widerstand. Sie wurden gefetzt aber soweit ich sehen konnte, ist hier in der Umgebung nichts gebrochen. Dabei ist hier doch ein geschütztes Gebiet, die vielen Bäume decken sich doch gegenseitig, jeder bricht den Wind um einen Teil seiner Kraft. Doch dem Sturm schien das nichts auszumachen. Kein Vogel weit und breit. Alle Achtung vor diesen Baumeistern, dass ihre Nester das aushalten.
Bei Lychen


Ich stand auf dem Balkon, es hielt mich nicht drinnen, und schaute besorgt das Drama an. Und fühlte mich geschützt vom einzigen Heimeligen, Haus und Ofen, in diesem Getose. Den Ofen hatte ich gerade angezündet, bei diesen lausigen 13 Grad. Und ich erinnerte mich befriedigt, wie sorgfältig ich vor paar Tagen die Dachziegel wieder an ihren Platz geschoben hatte, nachdem ich das Laubfallnetz an der Dachrinne angebracht hatte.
Dann nicht nur das Weltuntergangsbild des Sturms, sondern tatsächlich noch Blitz und Donner.
Übrigens, die große Tomatenplane hat’s ausgehalten. Und überhaupt, wie es die Pflanzen direkt am Boden doch vergleichsweise ruhig haben.
Erstaunlich: Da oben in 50 oder 100 Meter des Sturmes ungebremste Gewalt, in 10 oder 20 Metern Höhe die Kampfzone der Bäume mit dem Sturm, in unserer Höhe, 2 m, höchst ungemütlich und bei 10 oder 20 cm mehr oder weniger Windstille.
Dann, fünf Minuten später, blauer Himmel, Sonne mit Kraft aber immer noch kalte Luft und Böen, die sich noch nicht wirklich beruhigt haben. Mich würde es nicht wundern, wenn es in einer halben Stunde wieder losgeht.

An Arbeit draußen ist im Moment nicht zu denken. Also sitze ich gemütlich am Computer, schreibe und höre liebliche Musik alter böhmischer Meister (Benda, Danzi, Reicha, Stamitz).
Wie schön, dass der Mensch bei Bedarf ’ne Wand oder Glasscheibe zwischen sich und die Natur schieben kann.

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