Das Wetter verdient heute einen besonderen Bericht. Eben war ein Gewitter. Es war düster und düsterer geworden, heftiger Regen klatschte in Schauern herunter, vor allem aber ein Sturm mit schlimmen Böen, die einem richtig Angst machen konnten. Die Bäume mit ihrem dichten Blätterkleid bieten ja nun einen erheblichen Widerstand. Sie wurden gefetzt aber soweit ich sehen konnte, ist hier in der Umgebung nichts gebrochen. Dabei ist hier doch ein geschütztes Gebiet, die vielen Bäume decken sich doch gegenseitig, jeder bricht den Wind um einen Teil seiner Kraft. Doch dem Sturm schien das nichts auszumachen. Kein Vogel weit und breit. Alle Achtung vor diesen Baumeistern, dass ihre Nester das aushalten.
Ich stand auf dem Balkon, es hielt mich nicht drinnen, und schaute besorgt das Drama an. Und fühlte mich geschützt vom einzigen Heimeligen, Haus und Ofen, in diesem Getose. Den Ofen hatte ich gerade angezündet, bei diesen lausigen 13 Grad. Und ich erinnerte mich befriedigt, wie sorgfältig ich vor paar Tagen die Dachziegel wieder an ihren Platz geschoben hatte, nachdem ich das Laubfallnetz an der Dachrinne angebracht hatte.
Dann nicht nur das Weltuntergangsbild des Sturms, sondern tatsächlich noch Blitz und Donner.
Übrigens, die große Tomatenplane hat’s ausgehalten. Und überhaupt, wie es die Pflanzen direkt am Boden doch vergleichsweise ruhig haben.
Erstaunlich: Da oben in 50 oder 100 Meter des Sturmes ungebremste Gewalt, in 10 oder 20 Metern Höhe die Kampfzone der Bäume mit dem Sturm, in unserer Höhe, 2 m, höchst ungemütlich und bei 10 oder 20 cm mehr oder weniger Windstille.
Dann, fünf Minuten später, blauer Himmel, Sonne mit Kraft aber immer noch kalte Luft und Böen, die sich noch nicht wirklich beruhigt haben. Mich würde es nicht wundern, wenn es in einer halben Stunde wieder losgeht.
An Arbeit draußen ist im Moment nicht zu denken. Also sitze ich gemütlich am Computer, schreibe und höre liebliche Musik alter böhmischer Meister (Benda, Danzi, Reicha, Stamitz).
Wie schön, dass der Mensch bei Bedarf ’ne Wand oder Glasscheibe zwischen sich und die Natur schieben kann.