Fotojournalisten - Freelens
Durch Vermittlung eines Berufsfotografen hatte ich Gelegenheit an mehreren Fotovorträgen während des Jahrestreffens der Fotojournalistenvereinigung „Freelens“ teilzunehmen.
Das Treffen fand, wie schon erwähnt, in der Landesvertretung von Rheinland-Pfalz statt. Ich nutzte die Gelegenheit, die im Garten etwas lieblos aufgestellte Kunst zu betrachten. Ein Kopf von Willy Brandt war im Angebot,
sowie eine Amazone aus Terrakotta, besonders ungünstig aufgestellt, trotzdem beeindruckend.

Natürlich auch hier die ärgerliche Angewohnheit, den Künstler, das Jahr der Entstehung, die Bezeichnung des Werks nicht mitzuteilen.
Am 13.5. gab es den Fotovortrag von Jan Grarup, Dänemark. Er ist ein international anerkannter, mit begehrten Preisen dekorierter, Fotograf.

Er arbeitet an den kriegerischen und sonstig dramatischen Brennpunkten des Weltgeschehens. Der Betrachter sieht in menschliche Gesichter, die er nicht so leicht vergisst.
Mit der Länge des Vortrags aber, mit der Vielzahl der Bilder, drängt sich eine Art Ästhetisierung in den Vordergrund, auf Kosten der sozialen und politischen Genauigkeit. Ich hatte das Gefühl, dass der Künstler sich (und uns!) damit die schwere Last der Szenen, die er doch mitteilt, zugleich vom Leibe hält. („So kann man damit leben.“)
Am nächsten Tag Simon Puschmann aus Hamburg, ein Werbefotograf. Intelligent, phantasievoll werden die Zwecke der Geldgeber, heißen sie nun BMW oder Volvo oder VW usw. ins Bild umgesetzt.

Es entstehen Kreationen, die sich einprägen, die überraschen, die wirken, weil sie Gefühle und Wünsche der Betrachter aufrufen. Ich habe nicht ganz verstanden, was das mit Fotojournalismus zu tun hat, der doch eigentlich dokumentieren will. Oder soll ich bösartig eine Aufgabe des Fotojournalismus darin vermuten, das abzubilden, was gesehen werden SOLL?
Danach Michael Trippel, Berlin, mit Politkerfotos, Wahlkampffotos. Da ist viel sensible Beobachtung am Werk, Sinn für Ironie, keiner der Abgebildeten wird beschädigt.

So entstanden auch wirklich nette Schnappschüsse. Es menschelte ungemein. Von Politik habe ich nichts gesehen – außer das, worüber sich eh alle einig sind. Fotojournalismus, der wirklich gut in die Illustrierten passt, er beruhigt so schön.
So blieben mir viele Eindrücke und zwiespältige Gefühle und lebhafte Diskussionen an Ort und Stelle.
„Die Kunst geht nach Brot“, sagte einst Joachim John.
Doch wo bleibt die Kunstwahrheit, denke ich, wenn sie gar so leicht verzichtet?
Das Treffen fand, wie schon erwähnt, in der Landesvertretung von Rheinland-Pfalz statt. Ich nutzte die Gelegenheit, die im Garten etwas lieblos aufgestellte Kunst zu betrachten. Ein Kopf von Willy Brandt war im Angebot,

sowie eine Amazone aus Terrakotta, besonders ungünstig aufgestellt, trotzdem beeindruckend.

Natürlich auch hier die ärgerliche Angewohnheit, den Künstler, das Jahr der Entstehung, die Bezeichnung des Werks nicht mitzuteilen.
Am 13.5. gab es den Fotovortrag von Jan Grarup, Dänemark. Er ist ein international anerkannter, mit begehrten Preisen dekorierter, Fotograf.

Er arbeitet an den kriegerischen und sonstig dramatischen Brennpunkten des Weltgeschehens. Der Betrachter sieht in menschliche Gesichter, die er nicht so leicht vergisst.
Mit der Länge des Vortrags aber, mit der Vielzahl der Bilder, drängt sich eine Art Ästhetisierung in den Vordergrund, auf Kosten der sozialen und politischen Genauigkeit. Ich hatte das Gefühl, dass der Künstler sich (und uns!) damit die schwere Last der Szenen, die er doch mitteilt, zugleich vom Leibe hält. („So kann man damit leben.“)
Am nächsten Tag Simon Puschmann aus Hamburg, ein Werbefotograf. Intelligent, phantasievoll werden die Zwecke der Geldgeber, heißen sie nun BMW oder Volvo oder VW usw. ins Bild umgesetzt.

Es entstehen Kreationen, die sich einprägen, die überraschen, die wirken, weil sie Gefühle und Wünsche der Betrachter aufrufen. Ich habe nicht ganz verstanden, was das mit Fotojournalismus zu tun hat, der doch eigentlich dokumentieren will. Oder soll ich bösartig eine Aufgabe des Fotojournalismus darin vermuten, das abzubilden, was gesehen werden SOLL?
Danach Michael Trippel, Berlin, mit Politkerfotos, Wahlkampffotos. Da ist viel sensible Beobachtung am Werk, Sinn für Ironie, keiner der Abgebildeten wird beschädigt.

So entstanden auch wirklich nette Schnappschüsse. Es menschelte ungemein. Von Politik habe ich nichts gesehen – außer das, worüber sich eh alle einig sind. Fotojournalismus, der wirklich gut in die Illustrierten passt, er beruhigt so schön.
So blieben mir viele Eindrücke und zwiespältige Gefühle und lebhafte Diskussionen an Ort und Stelle.
„Die Kunst geht nach Brot“, sagte einst Joachim John.
Doch wo bleibt die Kunstwahrheit, denke ich, wenn sie gar so leicht verzichtet?
kranich05 - 2006/05/18 00:11