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Freitag, 28. April 2006

Mittelalter trifft Postmoderne

"Immer wenn ich denke ich kenne ihre unglaubliche Rückständigkeit, dann legen sie noch einen drauf. Dass es einem HIV-Infizierten Katholiken bisher verboten war Kondome zu benutzen, war mir neu und zuerst konnte ich es nicht glauben. Aber es stimmt. Doch jetzt (vielleicht, eventuell) lockert der Vatikan diese idiotische Regel. Denn im Kampf gegen Aids sei der Gebrauch von Kondomen das geringere Übel. Immerhin. Allerdings aus theologischer Sicht..."

gefunden hier: http://www.dynamo-dampfhammer.de/eingang.htm#26

Löwenzahnsalat

LöwenzahnsalatIch hab’ gezögert, über diese Gaumenfreude zu berichten. Allzu gewöhnlich, allzu alltäglich ist dieser Genuß; zumal seit Kulturlöwenzahn Dank türkischer Gemüsehändler eine Selbstverständlichkeit geworden ist.
Daß der Mensch Löwenzahn essen kann, lernte ich vor neunundzwanzig Jahren kennen. (Das weiß ich genau, weil es mit einer meiner wichtigsten Lebensabschnittsbeziehungen verbunden war.) Damals wussten das (in der DDR) nur zwei Menschengruppen: Alte Gartenfreunde und Bohemiens. Mit Löwenzahn habe ich entdeckt, wie delikat die Geschmacksqualität „bitter“ sein kann.

Die Zubereitung ist einfachst, das Übliche. Zur Zeit liebe ich ihn mit Zitrone und ein wenig Knoblauch. Beim Sammeln achte ich darauf, nicht einzelne Blätter zu zupfen, sondern den oberen Teil der Wurzel mit abzuschneiden. Das erleichtert das Putzen. Ich sammel immer ein paar zarte Brennesselblätter dazu. Fein geschnitten zum Salat, und du kannst auf den Pfeffer verzichten.
Den Grad der Bitterstoffe kann man übrigens regulieren, je nachdem ob man die Blätter mit kaltem oder warmem Wasser wäscht.
Natürlich ist L. soooo gesund.
Guten Appetit!

Buch Hafis

Fetwa
Der Mufti las des Misri Gedichte,
Eins nach dem andern, alle zusammen,
Und wohlbedächtig warf sie in die Flammen,
Das schöngeschriebne Buch, es ging zunichte.

Verbrannt sei jeder, sprach der hohe Richter,
Wer spricht und glaubt wie Misri – er allein
Sei ausgenommen von des Feuers Pein:
Denn Allah gab die Gabe jedem Dichter.
Mißbraucht er sie im Wandel seiner Sünden,
So seh er zu, mit Gott sich abzufinden.

Goethe, West-östlicher Divan, Buch Hafis

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