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Sonntag, 23. April 2006

Meine Liebe,

der Tag beginnt damit – zu verhalten.
Eigentlich war ich darauf eingestellt, sogleich in die Arbeitssachen zu schlüpfen und im Garten mit der Beetgestaltung zu einem vorläufigen Ende zu kommen. Wie gestern schon am Telefon gesagt: Die letzten Kubikmeter Mutterboden würde ich nicht im Garten ausbreiten, sondern würde daraus ein bepflanzbares Hochbeet formen, ein provisorisches, und diese Erde damit für das im nächsten Jahr geplante Gründach bereithalten.
Eigentlich…
Nun aber hat mich das Wetter gestoppt. Das Wetter selbst ist gestoppt. Der Wetterbericht sagt, westlich von Berlin gäbe es Regen, der nordostwärts zieht, also genau hierher. Es ist trübe, ruhig, auch wenn die Vögel lärmen. Die Luft ist voller Wassertröpfchen aber noch ganz winzigen, noch kein Sprühregen.

Die Narzissen sind fast alle erblüht aber alle blicken sie zu Boden. Überall wo’s blüht, trittst Du mir entgegen. Überall blüht und grünt es von Deiner Hand.

trübe1

trübes Wetter 2

Vorerst bleibe ich im Haus. Frühstückte in Ruhe… unsere Zeremonie… nun aber allein mit mir. Habe sogar die Kaffeemaschine angeworfen; mache ich eigentlich nie, wenn ich allein bin. Hätte gern eine Kerze angezündet, ein Ei so gekocht, wie Du es verlangst. Für mich allein aber „lohnt“ sich das nicht… denke ich… vielleicht falsch.

Der Morgen bringt Muße, und ich nehme sie an. Lese, wie Hölderlin einen anderen Morgen begrüßte:

"Vom Taue glänzt der Rasen; beweglicher
Eilt schon die wache Quelle; die Buche neigt
ihr schwankes Haupt und im Geblätter
Rauscht es und schimmert; und um die grauen

Gewölke streifen rötliche Flammen dort,
Verkündende, sie wallen geräuschlos auf;
Wie Fluten am Gestade, wogen
Höher und höher die Wandelbaren.

Komm nun, o komm, und eile mir nicht zu schnell,
Du goldner Tag, zum Gipfel des Himmels fort!
Denn offner fliegt, vertrauter dir mein
Auge, du Freudiger! zu, solange du

In deiner Schöne jugendlich blickst und noch
Zu herrlich nicht, zu stolz, mir geworden bist;
…."


Des Dichters Macht entführt mich in eine andere Art Morgen.
Ich wünsch' Dir, daß auch Dein Tag mit freundlich Gedanken ruhig beginnt.

Wirtschaft und Gesellschaft in Homers Ilias

Homer

Ein interessanter, auch kurzweiliger Blick auf Homers berühmtes Werk.

Gefangene werden nur ausnahmsweise gemacht: Als ein trojanischer Späher abgefangen wird, ruft er: "Fangt mich lebend! Ich kaufe mich frei. In Troja gehört mir Erz und Gold und vielbearbeitetes Eisen!" (Ilias 10, 378f.) Antwort von Diomedes, der ihn fing: "Verlierst du unter meinen Händen bezwungen, das Leben, wirst du hernach nicht mehr eine Plage sein den Hellenen!" (Ilias 10, 452f.) und schnitt ihm die Kehle durch.

Frauenraub: (Nestor an die Achaier vor Troja): "Drum dränge keiner eher darauf, nach Hause zu kehren, ehe er nicht bei einer der troischen Frauen geschlafen..." (Ilias 2, 354f.)

Achilles und Penthiselea

Spott über Gegner: Als ein Trojaner sterbend kopfüber vom Wagen fällt, wird er im Spott mit einem Tauchenden verglichen: "Wenn er wohl einmal auch auf dem Meer, dem fischreichen wäre, so würde er viele sattmachen der Mann da, nach Austern fischend." (Ilias 16, 746f.)

Tauschhandel: "Und Schiffe aus Lemnos waren angekommen, die Wein brachten. ... Von dort holten sich Wein die ... Achaier: Manche gegen Erz und andere gegen braunrotes Eisen, andere gegen Häute und andere gegen die ganzen Rinder, andere gegen Sklaven, und sie hielten ein blühendes Mahl." (Ilias 7, 467-475.)

mehr hier:
http://de.indymedia.org/2006/04/144484.shtml

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