Schon wieder ist Sonntag.
Und Zeit für ein Gedicht aus der Vorzeit
von Volker Braun
oder zwei.
Das Eigentliche
Während wir selbstsicheren Affen
Uns auf den Bildschirmen feilhalten
Wissen wir kaum, was wir eigentlich wollen:
In unseren Redensarten, Freunde
Kann der Sinn nicht ganz liegen.
Während wir magere Daten speisen
Während wir Pläne basteln aus dünnem Papier
Während wir uns an die Linie halten
Wissen wir kaum, was wir eigentlich machen:
Was wir herbeizitieren
Wird uns nicht mehr gleichen.
Wir wissen es kaum, aber eigentlich
Geht es nur um das
Was wir umbringen mit vielem Getue
Was wir zuschütten mit grämlichem Eifer
Was wir vergessen in aller Eile
Was wir scheuen wie eine Freude.
Gemischter Chor
Das Unverfängliche
Gibt uns kein Gleichnis;
Das Unzulängliche
Hier wird’s Erreichnis.
Das fein Geplante
Ist doch zum Schrein.
Das Ungeahnte
Tritt eisern ein.
"Kein Rektor"
von Ascii Acid
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