Noch einmal zu "professionellen Ansprüchen"
Qualitätsjournalismus.
Eine Analyse der Medienarbeit der INSM, „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, förderte Interessantes über journalistische Qualität zu Tage.
Ein Bericht von Christian Nuernbergk in „Message“:
http://www.message-online.com/61/nuern.htm
Zum Umgang der Redaktionen mit aufwändigen Analysen und Umfragen, die von der INSM zur Verfügung gestellt wurden, schreibt er:
„Kostspielige Studien und Umfragen erleichterten es der Initiative, exklusive Kooperationen mit Medienpartnern abzuschließen, so mit dem Handelsblatt, der Wirtschaftswoche oder der Financial Times: Mehr als zwei Drittel aller Exklusivbeiträge (n=31) betrafen von der INSM zur Verfügung gestellte Untersuchungs- und Umfrageergebnisse (67,7 Prozent).
Berücksichtigt man, dass die Berichterstattung überwiegend undifferenziert war und keine alternativen Informationen enthielt, bedeutet dies: Die Redaktionen übernahmen eine Vielzahl der von der Initiative bereitgestellten Studien- und Umfrageergebnisse ungeprüft.“
Was eigene Recherchen der Journalisten betrifft, ergab die Analyse:
„ In insgesamt 76 (von 137) Fällen zogen die Redaktionen neben den PR-Angeboten der Initiative keine weiteren Quellen heran. Dies entspricht einer Induktionsquote von 57,1 Prozent. Die INSM war also überwiegend Gegenstand einer von ihr selbst gesteuerten Medienberichterstattung.“
Die Analyse zieht das folgende
„Fazit: Die untersuchte Berichterstattung nimmt überwiegend die Perspektive der INSM ein, insbesondere, wenn exklusive Medienkooperationen geboten werden. Eine geschickte Kombination aus wissenschaftlichem Anspruch und effektivem Marketing der Inhalte führt dazu, dass vor allem solche Redaktionen die aufwändigen Themenangebote aufgreifen, die politisch der INSM nahe stehen. Die INSM schafft es, dass Journalisten die Initiative und ihre versteckte Funktion als ein strategisches Element in der Interessenvertretung von Arbeitgeberverbänden nur unzureichend transparent machen. Den Rezipienten werden Informationen zur Einordnung der Berichterstattung vorenthalten.
Die Redaktionen müssen hier für mehr Transparenz sorgen. Eine schlichte Übernahme von Inhalten ohne redaktionelle Prüfung ist mit einem publizistischen Qualitätsanspruch nicht zu vereinbaren. Mit kritischer Medienberichterstattung über fragwürdige Methoden der Initiative können die Medien dagegen nur an Glaubwürdigkeit gewinnen.“
Gefunden via http://www.nachdenkseiten.de/
Hervorhebungen im Text von mir.
Eine Analyse der Medienarbeit der INSM, „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, förderte Interessantes über journalistische Qualität zu Tage.
Ein Bericht von Christian Nuernbergk in „Message“:
http://www.message-online.com/61/nuern.htm
Zum Umgang der Redaktionen mit aufwändigen Analysen und Umfragen, die von der INSM zur Verfügung gestellt wurden, schreibt er:
„Kostspielige Studien und Umfragen erleichterten es der Initiative, exklusive Kooperationen mit Medienpartnern abzuschließen, so mit dem Handelsblatt, der Wirtschaftswoche oder der Financial Times: Mehr als zwei Drittel aller Exklusivbeiträge (n=31) betrafen von der INSM zur Verfügung gestellte Untersuchungs- und Umfrageergebnisse (67,7 Prozent).
Berücksichtigt man, dass die Berichterstattung überwiegend undifferenziert war und keine alternativen Informationen enthielt, bedeutet dies: Die Redaktionen übernahmen eine Vielzahl der von der Initiative bereitgestellten Studien- und Umfrageergebnisse ungeprüft.“
Was eigene Recherchen der Journalisten betrifft, ergab die Analyse:
„ In insgesamt 76 (von 137) Fällen zogen die Redaktionen neben den PR-Angeboten der Initiative keine weiteren Quellen heran. Dies entspricht einer Induktionsquote von 57,1 Prozent. Die INSM war also überwiegend Gegenstand einer von ihr selbst gesteuerten Medienberichterstattung.“
Die Analyse zieht das folgende
„Fazit: Die untersuchte Berichterstattung nimmt überwiegend die Perspektive der INSM ein, insbesondere, wenn exklusive Medienkooperationen geboten werden. Eine geschickte Kombination aus wissenschaftlichem Anspruch und effektivem Marketing der Inhalte führt dazu, dass vor allem solche Redaktionen die aufwändigen Themenangebote aufgreifen, die politisch der INSM nahe stehen. Die INSM schafft es, dass Journalisten die Initiative und ihre versteckte Funktion als ein strategisches Element in der Interessenvertretung von Arbeitgeberverbänden nur unzureichend transparent machen. Den Rezipienten werden Informationen zur Einordnung der Berichterstattung vorenthalten.
Die Redaktionen müssen hier für mehr Transparenz sorgen. Eine schlichte Übernahme von Inhalten ohne redaktionelle Prüfung ist mit einem publizistischen Qualitätsanspruch nicht zu vereinbaren. Mit kritischer Medienberichterstattung über fragwürdige Methoden der Initiative können die Medien dagegen nur an Glaubwürdigkeit gewinnen.“
Gefunden via http://www.nachdenkseiten.de/
Hervorhebungen im Text von mir.
kranich05 - 2006/04/07 21:15