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Mittwoch, 22. März 2006

Morgenmail

Es ist sonnig. Wir hatten in der Nacht minus 7°, unglaublich.

Die Wiederberührung mit Hacks gestern war sehr schön. Eberhard Esche hat gut ausgewählt und gut gelesen. Es gab tatsächlich Pointen brüllenden Schenkelklopfens….

Gerade kriegen wir Besuch von einem grauweißen Kater. Überlegt wählend setzt er die Pfötchen zwischen Eis, Schnee und offenem Boden. Merkwürdig, daß diese Tiere bei soviel Sensibilität in unserer rauhen Natur überleben können, desgleichen, so wärmeliebend bei dieser Kälte und auch noch gutgelaunt!

Hier ein kleiner Hacks für Deinen Morgen:

Richtigstellung

Um die Dinge einmal wieder
Ins gehörige Verhältnis zu setzen: Ich bin
Ein Eichbaum, ich singe mit tausend Vögeln.
Über mir geht die purpurne Sonne auf, das
Ist Deine Liebe. Vorn, links unten,
Sehen Sie einene kleinen, grünen Gallapfel,
Das ist die Welt.

Ich geh jetzt in meine Frühstücks- und Badfliesenwelt.

Die Kraniche ziehen - (für Meckie)

Heute, erste Sonne, ich habe im Garten gearbeitet. Aber Gärtnern war es noch nicht. An vielen Stellen ist Schnee oder Eis an anderen steht Wasser und der Boden ist völlig durchgeweicht. Meine neue Gartenbibel (von Pötschke), die sich angenehm altmodisch gibt, reimt: “Läßt der Boden sich noch kneten, darfst du nie das Land betreten.“.
Aber es gibt ja reichlich Holz zu sägen und zu spalten.

Da hörte ich über mir die Trompetenrufe von Kranichen. Ich konnte sie nicht gleich entdecken, sie flogen sehr hoch. Dann sah ich, dass der große Schwarm Kreise drehte, genau über mir. Daß Kranichschwärme gelegentlich im Flug innehalten, ein, zwei Kreise drehen und dann in veränderter Richtung weiterfliegen, das habe ich schon einige Male beobachtet. Aber dieser Schwarm kreiste schon 10-, 15-mal.
Da näherte sich zügig ein zweiter Schwarm, eine Keilform. Mich durchfährt die Idee, dass die beiden Schwärme irgendwie miteinander verbunden sein könnten. Vielleicht kommunizieren sie gleich miteinander? Und ich denke, dass die Betrachtungen über den Vogelzug immer nur vom einzelnen Vogel in seinem Schwarm berichten. Vielleicht gibt es ja komplizierte Beziehungen zwischen verschiedenen Schwärmen? Meine Erwartung wurde aber nicht erfüllt. Der Keilschwarm flog ohne geringste Störung ziemlich nah an dem weiter kreisenden Schwarm vorbei und verschwand.
Der kreisende Schwarm flog unruhig, öfter hatte es den Anschein, als wollten einige Tiere den Kreis sprengen, den Zug fortsetzen. So dehnte sich der Kreis immer wieder, wurde unrund, zerriß aber nicht. Plötzlich sah ich, dass zwei Nachzügler-Kraniche, ein Kranichpaar, heran flogen. Die beiden offensichtlich Versprengten kamen immer näher. Im selben Moment öffnete sich der Kreis, auf der einen Seite reihten sie sich ein, auf der anderen Seite bildeten sich im Nu die Anfänge zweier Ketten, alle formierten sich und der Flug ging weiter. Staunend sah ich diesen simultanen Bewegungen am hohen Himmel zu – einem natürlichen Ballett.

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