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Donnerstag, 2. März 2006

Selbstbau Grundofen

Mein stolzer Bericht.

Ofen1

Anfang des Winters war „Moby Dick“, unser Grundofen, fertig geworden. (Allerdings noch nicht die Ofenbank, wir müssen noch Kacheln machen.)
Der prächtige Ofen hat alles in allem ziemlich genau 4500€ Material und 150 Stunden meiner Arbeitszeit gekostet. Der Schornsteinfeger hat ihn, genauso wie früher schon den Schornstein, anstandslos abgenommen. Im Laufe von mehr als 15 vorsichtigen Heizgängen (mit jeweils nur 3 –5 kg Holz) habe ich ihn trocken geheizt. Dann hab ich ihn ein paar Mal mit ca 10 kg Holz einigermaßen hoch geheizt. Bei nächtens –2° machte er das ganze kleine Haus mit seinen 90 qm Wohnfläche warm, was ja gar nicht verlangt wird. Das Häusel ist eben auch gut gedämmt.
Seine volle Leistung, 3,5 KW, bringt er bei 12,5 kg Holz. (Er wird ja ausschließlich mit Holz geheizt.) Seine Speichermasse ist so groß, dass er ungefähr 12 Stunden warm bleibt. Danach, frühestens aber nach 8 Stunden, könnte man ihn erneut heizen. Bei Nachttemperaturen bis -18°C habe ich das getan und hatte dann morgens im Raum noch 16,5 °C.
Das Holz muss richtig gut trocken sein- weniger als 20% Feuchtigkeit. Als der Schornsteinfeger da war, hat er das bereitgelegte Holz mal gemessen und kam auf 7% - Klasse! So’n Holzfeuchtemesser wäre ‚ne schöne Spielerei, muss ich mir aber z. Z. verkneifen.
Ich habe durch eine Internetauktion 30 fm trockenes (aber noch unzerkleinertes) Brennholz für 203 € erstanden. Das dürfte für drei bis vier Jahre reichen.
Fast wird es zum täglichen Vormittagsritual vor der (Glas-) Ofentür zu sitzen, Meckie in „meinem“ Hängesessel ich im Sessel daneben und den Flammen bei der 60- bis 90-minuten-Brennphase zuzuschauen.
Vielleicht die Schönheit des Ofens nicht ganz, zweifellos aber mein Stolz rechtfertigen den vorstehenden Lobgesang.

Ofen2

Warum nicht mal...

ein Rilke-Singsang.

Die Staedte aber wollen nur das Ihre
und reissen alles mit in ihren Lauf.
Wie hohles Holz zerbrechen sie die Tiere
und brauchen viele Voelker brennend auf.

Und ihre Menschen dienen in Kulturen
und fallen tief aus Gleichgewicht und Mass,
und nennen Fortschritt ihre Schneckenspuren
und fahren rascher, wo sie langsam fuhren,
und fuehlen sich und funkeln wie die Huren
und laermen lauter mit Metall und Glas.

Es ist, als ob ein Trug sie taeglich aeffte,
sie koennen gar nicht mehr sie selber sein;
das Geld waechst an, hat alle ihre Kraefte
und ist wie Ostwind gross, und sie sind klein
und ausgeholt und warten, dass der Wein
und alles Gift der Tier- und Menschensaefte
sie reize zu vergaenglichem Geschaefte.

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